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Andreas Haider
Jutta Maucher 10.04.2015

Andreas Haider

40 Jahre Unimarkt Ab sofort werden die Produkte des oberösterreichischen Händlers österreichweit zugestellt

Rund 5.500 Produkte sind innerhalb von 24 Stunden nach Bestellung in jedem Haushalt in Österreich.

Der Unimarkt-Geschäftsführer geht mit seinen Märkten online und will via Online-Shop alle Österreicher erreichen.

Traun. Was vergangenen Herbst kaum jemand geglaubt hat, ist jetzt klar: Die Unimarkt-Zustellung via Online-Plattform funktioniert. Sie funktioniert sogar so gut, dass sich die Entscheidungsträger entschlossen haben, das Zustellgebiet auszuweiten: Statt ausschließlich im Unimarkt-Stammland Ober-österreich sind die Produkte dieses Händlers ab sofort österreichweit erhältlich. Einfach auf http://shop.unimarkt.at/ klicken und schon kann es losgehen. „Wir garantieren, innerhalb von 24 Stunden nach der Bestellung an jedem Ort, bei jedem Haushalt in ganz Österreich zu sein”, erklärt Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider.

Von 1,4 auf 8 Millionen

Oder anders ausgedrückt: Bis jetzt hatte Unimarkt ein Einzugsgebiet von rund 1,4 Millionen Kunden, ab sofort sind es acht Millionen. Trotzdem wird auch das funktionieren, sind alle Beteiligten überzeugt. Basis dafür ist die intensive Zusammenarbeit der Pfeiffer Handelsgruppe, des Logistikum der FH Oberösterreich in Steyr, der RISC Software GmbH aus dem Softwarepark Hagenbeg sowie der Post AG. Dabei bringt die Pfeiffer-Tochter Unimarkt ihre Kompetenz in der Versorgung mit frischen Lebensmitteln ein, die Post die Kompetenz der flächendeckenden, täglichen Hauszustellung. Und das Logistikum in Steyr führt das fort, was es schon in Oberösterreich getan hat: Kosten reduzieren. Statt teure Kühlfahrzeuge zu verwenden, gibt es gekühlte Boxen. „Bis zu 48 Stunden bleibt der Inhalt der Lebensmittelboxen einwandfrei gekühlt. Somit kann die Zustellung von zu kühlenden Lebensmitteln durch uns zu allen Jahreszeiten und Außentemperaturen erfolgen”, hat Postvorstand Peter Umundum bei der Präsentation der Boxen im Herbst 2014 erklärt. Damit diese auch minutengenau, unter Einbeziehung der aktuellen Verkehrslage, erfolgen kann, hat RISC ein Last-Mile-Simulationsframework entwickelt. Damit ist es möglich, die Auslieferungstouren zu opti-mieren und die exakten Lieferzeiten einzuhalten.

Der junge Markt

„Die österreichweite Zustellung stellt uns aber vor weitere Herausforderungen. Unimarkt hat österreichweit nur einen geringen Bekanntheitsgrad, und wir müssen gefunden werden”, so Haider. Das bedeutet, dass das Unternehmen kräftig in Werbung investiert, insbesondere in klassische Fernsehwerbung, aber auch in Werbung in Sozialen Medien. „Davon profitiert Unimarkt insgesamt. Unimarkt wird dann jünger und dynamischer wahrgenommen werden”, sagt der Geschäftsführer. Die Perspektive sei riesig. Schließlich steht einem kleinen heimischen Händler nunmehr das ganze Land zur Verfügung.

Kostenlos ab 50 Euro

Daher ist das Zustellprojekt jedenfalls schon ein Gewinn. „Wir wissen aus der oberösterreichischen Erfahrung, dass der durchschnittliche Online-Einkauf weit über dem im Geschäft liegt”, so Haider, der keine konkreten Zahlen nennen möchte. Nur so viel: Die Zustellgebühren betragen bis zu 25 € 9,90 €, zwischen 25 und 50 € liegen diese bei 4,90 € und darüber wird gratis zugestellt. Natürlich würden die Kunden danach trachten, wenig oder gar nichts für die Zustellung zu bezahlen. Und noch etwas: „Wir sehen es als unsere Aufgabe, auch im Webshop etwas Menschliches zu bieten, Anreize dafür zu schaffen, gern auf dieser Seite einzukaufen”, so Haider. In diesem Sinne geht der Geschäftsführer von einer Umsatzsteigerung für das gesamte Unternehmen aus, vor allem deswegen, weil eben die ganze Palette dessen eingekauft werden kann, was es auch in der Filiale gibt. „Nur die Zustellung von Tiefkühlprodukten ist aus logistischen Gründen noch nicht möglich”, sagt der Unimarkt-Geschäftsführer.Insgesamt stehen den Kunden mehr als 5.500 Produkte aus allen Sortimentsbereichen zur Verfügung. „Unsere bestehenden und die neuen Kunden finden mit einem Mausklick ihr gewünschtes Produkt. Das erspart viel Zeit. Und jemand, der etwa nur Bioprodukte einkaufen will, hat sofort eine Übersicht darüber”, erklärt Unimarkt-Geschäftsführer Roland Malli. Neben der sehr einfachen Bedienbarkeit sind auch die Preise ein Thema. „Im Gegensatz zu anderen Online Shops im Lebensmittelbereich bekommen unsere Kunden auch online alle gültigen Aktionspreise”, betont Unimarkt Online-Vertriebsleiter Werner Schickmayr.

Top aus der Region

Die Online-Offensive ist für Haider die wichtigste Maßnahme zur 40 Jahr-Feier von Unimarkt. Damit sei man zumindest für die nächsten Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, gut aufgestellt. Darüber hinaus ist für den Geschäftsführer auch das Thema Regionalität wichtig. „Wir sind der einzige Händler, der tatsächlich in der Region verankert ist. Wir leben Regionalität nachhaltig und authentisch.”

Die ersten Filialen sind in den 1970er-Jahren im Innviertel entstanden. Heute sind es 127 Standorte, wobei 43 von Franchisepartnern geführt werden.1975: Unimarkt wird geboren. Die von der Unitas, regionale Großhändler in OÖ, unter dieser neuen Marke gegründete Filialschiene soll als kompetenter Nahversorger dem Aussterben der Greißler entgegenwirken.1975–1983: In diesen acht Jahren werden 46 Unimärkte eröffnet. 1983: Die Unitas-Organisation mit allen Unimärkten wird von Pfeiffer Großhandel Traun übernommen; ein Umstrukturierungsprogramm beginnt.1995: Die erste Schilling-Umsatzmilliarde (72,7 Mio. Euro) wird erzielt.1999: Unimarkt entwickelt das erste Franchise-System im österreichischen LEH.2006: Die 100. Filiale ist eröffnet. 2012: Die erste Unimarkt-Filiale wird in Kärnten eröffnet.2013: Der Großteil der oberösterreichischen Zielpunkt-Filialen wird in Unimarkt-Standorte umgewandelt.2014: Online Shop für OÖ gestartet

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