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Bank Austria verdiente im Jahr 2014 deutlich besser
20.02.2015

Bank Austria verdiente im Jahr 2014 deutlich besser

Trendwende bei den Zahlen Die UniCredit-Tochter Bank Austria weist Nettogewinn von 1,383 Mrd. Euro aus

Im Osten werden inzwischen positive Effekte wie die Bankensteuer-Entspannung in Ungarn geortet.

Wien. Wie ihre Mutter, die italienische Großbank UniCredit, hat auch die Bank Austria die milliardenschweren Aufräumarbeiten und Abschreibungen hinter sich gelassen und ist 2014 wieder auf einen Milliardengewinn eingeschwenkt. Unterm Strich weist die Bank Austria einen Nettogewinn von 1,383 Mrd. Euro aus; im Jahr davor hatte es mehr als 1,5 Mrd. Euro Verlust gegeben.

Deutlich weniger zur Seite legen musste die Bank 2014 für faule Kredite: Der Kreditrisikoaufwand in Österreich und der Region CEE (Osteuropa) sank um 47,2 Prozent auf 693 Mio. Euro, berichtete die Bank. Der Nettozinsertrag blieb wegen niedriger Zinsen und Währungseffekte um 1,1 Prozent unter dem Vorjahr, auch Provisions- und Handelsergebnis blieben zurück.

Die Lage in CEE

Insgesamt liefert die Region Zentral/Osteuropa weiterhin den Löwenanteil des Vorsteuergewinns (s. Kasten). Die Russland-Ukraine-Krise hat sich auch in der Bank Austria niedergeschlagen, die Währungsabstürze dort waren im Eigenkapital spürbar. „Die geopolitischen Spannungen und die zögerliche Entwicklung in der Eurozone werden zweifellos die wichtigsten Herausforderungen für die kommenden Quartale sein”, befand der scheidende Vizechef und Osteuropamanager Gianni Franco Papa. Die Osteuropadivision der Bank Austria sei in dem schwierigen Umfeld für künftiges Wachstum aber stark aufgestellt. Die ukrainische Tochterbank Ukrsotsbank ist seit dem Vorjahr nun auch in der Bilanz ganz offiziell zum Verkauf gestellt. In Summe schlug sich die Ukrsotsbank mit minus 152 Mio. Euro im Konzernergebnis der Bank nieder.

Die Aussichten

Bankchef Willibald Cernko sieht seine Gruppe mit ihrem breit diversifizierten Geschäftsmodell über insgesamt 14 Länder selbst in herausfordernden Zeiten „nachhaltig profitabel und krisenresistent”. Er sieht dennoch in der schwachen heimischen Nachfrage, einem „unerträglichen Reformstau” und einer rekordverdächtigen Kostenbelastung (Stichwort: Bankensteuer) eine gefährliche Gemengelage, die ganz generell zu einer „absurd niedrigen Profitabilität” des heimischen Bankensektors geführt habe.(red/APA)

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