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Beim Arbeiten sind Frauen wirklich digital
PAUL CHRISTIAN JEZEK 27.03.2015

Beim Arbeiten sind Frauen wirklich digital

Karriere-Skills Die hypervernetzte Job-Realität bringt zahlreiche Chancen wie auch Herausforderungen

Anforderungen der digitalen Arbeitswelt locker im Griff – aber wenig Hoffnung auf Fu?hrungskarrieren

Frauen stehen den veränderten Anforderungen in der hypervernetzten Welt grundsätzlich positiv gegenüber.

Wien. Die Digitalisierung nimmt zunehmend Einfluss auf die Arbeitswelt, erforderliche Fähigkeiten wandeln sich. So ist Multitasking aus dem vernetzten Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken: 97% der Arbeitnehmer in Österreich bringen einen Teil ihres Arbeitstages mit dem gleichzeitigen Erledigen mehrerer Aufgaben zu.

Und obwohl sich mit 95% fast alle Befragten als gute Zuhörer be-zeichnen, gaben fast zwei Drittel(63%) an, dass Zuhören immer schwieriger wird. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Managementberatungs- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture, für die 3.600 Frauen und Männer in 30 Ländern (auch in Österreich) befragt wurden.

Multitasking-Fähigkeiten

Demnach empfindet es mehr als die Hälfte der Befragten in Österreich zwar als positiv, durch Multitasking mehr Arbeit erledigen zu können, wobei Frauen mehr zu Multitasking neigen als Männer; die Generation Y, also die um die Jahrhundertwende Geborenen, sogar zu 100%.Für mehr als ein Drittel aller Befragten geht das parallele Bearbeiten mehrerer Aufgaben allerdings zu lsten der Arbeitsqualität. Jede zweite Frau sieht sich durch unerwartete Ablenkungen negativ beeinflusst, bei den männlichen Befragten hingegen glaubt lediglich knapp ein Drittel (29%), dass beispielsweise außerplanmäßige Meetings die eigene Leistung beeinträchtigen. Zunehmendes Multitasking hingegen wirke sich negativ auf das Zuhören aus – fast zwei Drittel (63%) empfinden das in der digitalen Arbeitswelt als zunehmend schwierig.Weiters sind im deutschsprachigen Raum 56% (in Österreich 50%) der Meinung, dass die Unternehmen mehr dafür tun, Frauen auf Führungsrollen vorzubereiten. Als besonders wichtig werden Trainings angesehen, Mentoring verliert zunehmend an Bedeutung. Während für Frauen im Allgemeinen Soft Skills-Trainings wichtiger sind (60%), setzten Männer vorwiegend auf Trainingsangebote im Bereich Technologie (66 Prozent), um in der digitalen Arbeitswelt erfolgreich sein zu können.Insgesamt setzt sich der Positivtrend für Frauen fort: Weltweit glauben 71% aller Befragten, dass bis 2030 mehr Frauen in die in der digitalen Welt immer wichtiger werdende Position des Chief Technology Officer (CTO) kommen werden. Nur rund jeder Siebte (15%) rechnet hingegen mit einem Anstieg von mehr als 20%. In Österreich ist die Skepsis größer: Nur 6% der Frauen und 20% der Männer halten bei uns diese Entwicklung für realistisch

Weitere wichtige Resultate

+ Lernen am Arbeitsplatz: Für 80% der Befragten in Österreich sind unternehmensinterne Trainings eine sinnvolle Art der Weiterentwicklung; für 59% trägt die Teilnahme an Trainings zur Beförderung bei. + Zufriedenheit im Job: Sowohl bei Frauen als auch Männern steigt die Unzufriedenheit im Job; 60% gehen inzwischen weniger motiviert zur Arbeit als im Vorjahr. Als Hauptgrund werden fehlende Entwicklungsmöglichkeiten gesehen. Zudem wünscht sich vor allem die Generation Y eine bessere Work-Life-Balance.+ Gehalt und Beförderung: Insbesondere Frauen trauen sich häufiger, nach einer Beförderung und Gehaltserhöhung zu fragen. 44% haben bereits aktiv nach einer Beförderung gefragt – im Vergleich zum Vorjahr (26%) ist das ein deutlicher Anstieg. Bei den Männern waren es 46%. + Hausfrau/Hausmann: Wenn die finanzielle Situation es zuließe, würden fast 60% der Frauen und 54% der Männer ihren Job aufgeben und sich dem Familienleben widmen – deutlich mehr als im Vorjahr (Frauen 40, Männer 36%).(red)www.accenture.at

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