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Benetton will endlich einzahlen
daniela prugger 25.02.2015

Benetton will endlich einzahlen

Textilindustrie In den Hilfsfonds für Hinterbliebene der Opfer und Überlebende des Einsturzes von Rana Plaza wurden erst 18,4 Mio. € eingezahlt

Westliche Firmen werden wegen mangelnden Engagements kritisiert.

Rom. Es sind fast zwei Jahre vergangen seit dem Einsturz des Textilfabriksgebäudes Rana Plaza in Bangladesch. Die Fabrik war Ermittlungen zufolge unter dem Gewicht illegal errichteter Stockwerke und schwerer Maschinen eingestürzt. Mehr als 1.100 Textil-arbeiter kamen ums Leben, mehr als 2.000 weitere Menschen wurden verletzt. Doch die Bilanz dessen, was sich seither getan hat, fällt ernüchternd aus: Für die Entschädigung von Hinterbliebenen und Verletzten wurde ein Fonds eingerichtet, den die internationale Arbeitsorganisation ILO kontrolliert. 18,4 Mio. € wurden seither von westlichen Textilunternehmen nach und nach eingesammelt, bis zur angestrebten Gesamtsumme fehlen aber umgerechnet noch 7,9 Mio. €. Auch der italienische Modekonzern Benetton will nun in einen Entschädigungsfonds für die Opfer einzahlen. Ein „unabhängiger Dritter” mit internationaler Reputation werde das genaue Vorgehen ausarbeiten, teilte Benetton am Freitag mit. Wenn diese Arbeit abgeschlossen sei, werde die Höhe der Zahlung veröffentlicht. Dies werde voraussichtlich in einigen Wochen der Fall sein, spätestens aber zum zweiten Jahrestag des Unglücks im Mai.

Höhe der Zahlungen offen

Das mangelnde Engagement der Firmen, die im Rana Plaza-Komplex Kleidung fertigen ließen, wird immer wieder beklagt. Auch gegen Benetton wurden solche Vorwürfe schon laut; der Konzern wies diese am Freitag zurück. Die jetzt beschlossene Einzahlung in den Fonds sei „der zweite Schritt” für das Unternehmen – der erste sei bereits ein Monat nach dem Unglück vorgenommen worden. Benetton habe in Zusammenarbeit mit der in Bangladesch ansässigen Nichtregierungsorganisation Brac ein „Unterstützungsprogramm” für 280 Opfer des Einsturzes und deren Familien eingerichtet; dabei erhielten die Betroffenen „Mittel, auch finanzieller Art”, um ihre Zukunft zu sichern.

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