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Bierchen sucht Schweinsbraten
06.03.2015

Bierchen sucht Schweinsbraten

Brau Union Österreich Dank Innovationen und ihrem Beitrag zur Bierkultur blickt Österreichs Heineken-Tochter optimistisch ins Jahr 2015

Alkoholfreies Bier lugt aus der Nische heraus in den Sonnenschein des mittäglichen Gastgartens.

Wien/Linz. Im voraussichtlich stag-nierenden Biermarkt – die konkrete Info dazu liefert der Brauereiverband nächste Woche – schlägt sich Branchenleader Brau Union 2014 redlich: Der Ausstoß konnte hierzulande um 0,9 Prozent auf 4,6 Mio. Hektoliter erhöht werden, inklusive Export waren es 4,9 Mio. Hektoliter (+1,4%). Der dazugehörige Erlös belief sich auf 667,4 Mio. € (+1,5%). Dabei waren die Rahmenbedingungen eher durchwachsen. „Wir hatten einen der schlechtesten Sommer der letzten Jahre”, erinnert BU-Chef Markus Liebl. Und letztlich sei es durchaus der Sommer, der den Bierabsatz macht – und nicht die Fußball-WM.

Her mit dem Mittagsbier!

Neben dem Sommer spielt die Tageszeit beim Bierkonsum eine tragende Rolle. Während sich das Abend- und Nachtbierchen regen Zuspruchs auch ohne direkte Sonnenstrahleinwirkung erfreut, ist die Situation beim Mittagsbier herausfordernd. Moderne Arbeitsgewohnheiten haben die Leistungsaffinität derart verändert, dass das Mittagsbier de facto ins gesellschaftliche Out gerückt ist; selbst glorreiche Kombinationen mit Gulasch und Schweinsbraten dünken angezählt. Dem will die Brau Union entgegenwirken – indem sie den Konsum des alkoholfreien Gerstensaftes anregt.Und das in ordentlicher Dimension: Vor drei Jahren machte der AF-Bereich etwa 1,4 Prozent des Biervolumens der Brau Union aus. Heute sind es 2,8 Prozent, die sich demnächst auf fünf Prozent erhöhen sollen. Was umso erstaunlicher ist, weil vor gar nicht allzu langer Zeit der AF-Biermarkt so gut wie nicht vorhanden war. Aus dem verschmitzten „Die Österreicher wollen halt kein alkoholfreies Bier” (mit dem halb verschluckten Nebensatz: „Weil sie wissen, was gut ist!”) wird nun ein Hoffnungshorizont gediegenen Maßes: „Wir sind überzeugt, dass in diesem Bereich noch viel Potenzial liegt”, sagt entsprechend BU-Marketinggeschäftsführer Andreas Stieber. Der neuen alkoholfreien Biergeneration stellt er das adäquate Produkt voran, nämlich das Zipfer Hell alkoholfrei, das als erfrischend positioniert ist.

Strongbow im Vertrieb

Nachdem es aber Leute gibt, die nicht nur kein Bier mögen, sondern nicht mal alkoholfreies, engagiert sich die Brau Union im konzernalen Gleichklang mit Heineken künftig in Sachen Apfelschaumwein, vulgo: Cider. Mit der Marke „Strongbow” verfügt man über das marktführende Getränk (neu) im Vertrieb und die Wachstumsaussichten dünken zumindest in der internationalen Lesart außergewöhnlich: Cider ist weltweit die Getränke-Kategorie, die am meis-ten wächst, sie wächst doppelt so schnell wie Bier und drei Mal so flott wie die Kategorie Wein.Die Aussichten für das Brau Union-Geschäftsjahr 2015 sind in der Diktion Liebls somit positiv: „Für mich gibt es zwei Komponenten, die zum stabilen Biermarkt in Österreich beitragen; das ist die hohe Bierkultur und die Fülle an Innovationen.” Beides sei bei der Brau Union formidabel ausgeprägt. Hinzu kommt noch die mathematische Wahrscheinlichkeit, die da lautet, dass nach einem schlechten, verregneten Sommer ein sonniger zu kommen hat – zusammengenommen also einige Gründe für Bier-seligkeit. Diese gewichtet sich zwar zusehends auf den Handel und weniger auf die prestigefreundliche Gastronomie (40% Gastronomieanteil mit fallender Tendenz), aber der stabile pro Kopf-Verbrauch von rd. 105 Litern jährlich sollte weiterhin eine verlässliche Größe darstellen.(nov)

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