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Crossover à la française, mit japanischen Genen
Gregor Josel 06.02.2015

Crossover à la française, mit japanischen Genen

Renault Kadjar Mit dem neuen Kadjar will Renault den Anschluss bei den Kompakten-Crossovern wieder finden

Der Koleos von Renault war kein Verkaufsschlager. Doch nun starten die Franzosen einen neuen Angriff.

Paris. Der aus Korea übernommene Koleos war zwar ein Flop. Doch jetzt versucht es Renault noch einmal mit asiatischen Genen im Gelände. Wenn die Franzosen nächs-ten Monat auf dem Genfer Salon gegen Tiguan & Co den Kadjar ins Rennen schicken, dann ist das neue Auto eigentlich ein alter Bekannter. Denn unter dem Blech steckt der Qashqai der Schwestermarke Nissan.

Gute Chancen

Anders als beim glücklosen Samsung-Ableger stehen die Chancen für den Kadjar diesmal allerdings um Längen besser. Denn ers-tens ist das Auto mit seinen 4,45 Metern eine Nummer kleiner und passt damit perfekt ins Boomsegment um VW Tiguan, Mazda CX-5 und eben um den Qashqai. Und zweitens sieht der Nachzügler einfach klasse aus. „Wenn wir schon nicht die Schnellsten waren, müssen wir wenigstens die Schönsten sein”, sagt Designchef Laurenz van den Acker und zieht dem Qashqai deshalb ein betont sportliches Dress an: Mit einem Stockmaß von 1,60 Metern ungewöhnlich flach und auf seinen 19-Zöllern trotzdem fast 20 Zentimeter über dem Boden, hat der Viertürer deshalb eine schnittige Silhouette und lässt wie Clio & Co an den Flanken hübsch die Muskeln spielen. Dazu gibt es einen Innenraum mit viel Platz (Kofferraum 472 Liter), reichlich Variabilität durch einen flexiblen Ladeboden und einen umlegbaren Beifahrersitz und einer lichten Atmosphäre, die dem Panorama-Dach zu verdanken ist. Das Cockpit sieht vornehm aus und in der Mittelkonsole steckt der große Touchscreen, auf dem man navigiert und surft wie auf einem Tablet-Computer.

Technik-Geheimnisse

Zur Technik des wahlweise mit Front- oder Allradantrieb erhältlichen Kadjar macht Renault vier Wochen vor der Publikumspremiere in Genf noch nicht viele Worte. Doch muss man sich nur die Qashqai-Palette anschauen, dann kommt man schon auf die richtigen Motoren: Zwei Benziner und zwei Diesel mit 110 bis 163 PS. Neben dem Antrieb stand der Qashqai auch bei den Assistenzsystemen Pate: Von ihm wird der Kadjar deshalb unter anderem die Kameras zur Spurführung, zur Abstandsregelung und zur Verkehrszeichenerkennung übernehmen. Und auch die schmucken LED-Scheinwerfer sind eine Organspende aus Japan. Auch in puncto Konnektivität erfüllt der Renault Kadjar höchste Ansprüche. So ist für das Modell das neue Renault R-Link 2-Online-Multimediasystem verfügbar. Die jüngste Evolutionsstufe der Infotainment-Anlage verfügt über einen 7-Zoll (17,78 Zentimeter)-Touchscreen-Monitor mit Kapazitiv-Technologie. Zwar haben sich die Franzosen lange gegen den Trend zum SUV gestemmt. Doch dafür stürmen sie die Buckelpiste jetzt mit aller Macht – und machen dabei viel verlorenen Boden gut. Der ebenfalls auf einer Konzernplattform gemeinsam mit Nissan entwickelte Captur eine Liga unter dem Kadjar hat es schließlich nicht umsonst zum Klassenprimus in Europa gebracht.

Die China-Connection

Darüber hinaus wird Renault mit dem Kadjar seine Marktposition in China ausbauen und erstmals auch ein eigenes Fahrzeug im Reich der Mitte produzieren. Zu diesem Zweck hat die Renault Gruppe bereits im Dezember 2013 ein Joint Venture mit dem chinesischen Hersteller Dongfeng vereinbart. Gleichzeitig begannen in Wuhan die Bauarbeiten für ein neues Werk, das zum Produktionsbeginn Anfang 2016 eine Fertigungskapazität von 150.000 Fahrzeugen bieten wird. www.renault.at

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