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Das Internet der Dinge als Branchen-Hoffnungsträger
CHRIS HADERER 30.01.2015

Das Internet der Dinge als Branchen-Hoffnungsträger

Accenture Laut einer Studie könnte das IoT bis 2030 etwa 12,7 Billionen € zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen

Unternehmen und Behörden zeigen allerdings noch zu wenig Ambitionen für den Digitalisierungs-Ausbau.

Wien. Eine ganze Branche hofft auf das Internet der Dinge (IoT), in dem alles miteinander vernetzt ist und Sensoren unentwegt Daten sammeln. Die Visionen sind dabei recht breit gefächert und reichen von Wearables, die unter anderem Gesundheitsdaten sammeln, bis hin zu Sensoren in Fahrbahnen, die einen Schritt näher zur Smart City darstellen sollen. In wirtschaftlich immer noch recht rauhen Zeiten, in denen die PC-Absätze sinken und die Unternehmen auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen sind, könnten IoT-Investitionen für Wachstum sorgen – ist zumindest der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture überzeugt.

In einer aktuellen Studie kommt er zum Schluss: Bis 2030 könnte das IoT mit 14,2 Milliarden US-Dollar (ca. 12,7 Milliarden €) zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen. „Deutschland könnte sein kumulatives BIP bei ähnlichen Investitionsanstrengungen um etwa 624 Mrd. Euro – also um 1,7 Prozent – bis 2030 steigern”, sagt Klaus Malle, Country Managing Director von Accenture Öster-reich. „Das BIP Großbritanniens wiederum würde bis 2030 um 473 Mrd. Euro anwachsen, was 1,8 Prozent über bisherigen Trendprognosen läge.” Kleine Einschränkung: „Weder Unternehmen noch Regierungen zeigen ausreichende Anstrengungen, um die benötigten Voraussetzungen zur umfangreichen Verbreitung neuer digitaler Technologien zu schaffen.”

Marktteilnehmer

Auch für Seiichiro Sato, Director of Global Product Marketing bei Allied Telesis, einem Anbieter von Netzwerk-Infrastruktur-Lösungen, gehört das Internet der Dinge zu den absoluten Trends der näheren Zukunft: „Das Internet der Dinge und der Trend zur Smart-Factory führen zu einem dramatischen Anstieg der Geräte, die mit einem Netzwerk verbunden sind „Dazu gehören beispielsweise Sensoren oder Steuerungstechnik. Dadurch gewinnen das Internetprotokoll IPv6 sowie Managementtechnologien zur Verwaltung von Netzwerkknoten weiter an Bedeutung. Das Internet der Dinge wird 2015 Unternehmen, aber auch andere Organisationen wie städtische Verwaltungen oder Krankenhäuser, nachhaltig verändern. Unter anderem treten neue Marktteilnehmer auf, die neue Geschäftsmodelle rund um Daten, Informationen und Wissen generieren werden.” Das Internet der Dinge wird also viel bewirken und Märkte auch kräftig verändern – allerdings sind Richtung und mögliche Produkte der Zukunft noch relativ unklar. Es könnten Anwendungen sein, an die heute noch kein Entwickler denkt.

Neue Arbeitsplätze

Das industrielle Internet der Dinge wird neue Arbeitsplätze schaffen; davon sind laut Accenture 97 Prozent der österreichischen Studienteilnehmer überzeugt. „Diesen positiven Effekt unterstreicht auch eine gemeinsame Untersuchung von Accenture und dem World Economic Forum”, erläutert Malle. „Demnach erweitern digitale Technologien das vorhandene Know-how und befähigen Mitarbeiter dazu, anspruchsvollere Aufgaben ausüben zu können. So werden etwa Industriefachkräfte ihre Geräte ferngesteuert bedienen können, während sie mit Ingenieuren und Datenanalysten zusammenarbeiten, um die Produktivität und Präzision der Arbeitsschritte zu ­erhöhen.” Die zunehmende Vernetzung wird auch Einflüsse auf die Arbeitsgeräte im Unternehmen haben: „Das BYOD-Konzept wird im Jahr 2015 weiter an Fahrt aufnehmen, mit Folgen für die Unternehmens-IT und den dynamischen Betrieb von Unternehmenskommunikationssystemen”, ist Seiichiro Sato von Allied Telesis überzeugt. „Organisationen werden sich deshalb verstärkt nach SDN-Lösungen umsehen. Die Integration von Geschäftsregeln, Benutzerinformationen und Netzwerkinfrastruktur verbessert die Effizienz. Davon profitieren Netzwerkadministratoren und Anwender gleichermaßen.” In eine ähnliche Richtung denkt auch Klaus Malle: „Mit zunehmendem Datenzugang müssen dezentralisierte Arbeitsumgebungen zur Normalität werden. Nur so können Entscheidungsprozesse der Arbeitnehmer optimal unterstützt werden. Auch bedarf es neuer Organisationsstrukturen, damit Mitarbeiter kreativ mit Kollegen in Partnerunternehmen zusammenarbeiten können.” alliedtelesis.dewww.accenture.at

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