primenews
Deutliches Minus für die Telekom „dank” Bulgarien
12.02.2015

Deutliches Minus für die Telekom „dank” Bulgarien

Österr. Markt Telekom Austria Group stabilisiert im Geschäftsjahr 2014 operatives Ergebnis und schafft Turnaround

Ohne Abschreibungen in Südeuropa läge das Ergebnis statt bei minus 185. Mio. € bei 190 Mio. € im Plus.

Wien. Die Telekom Austria hat wie erwartet 2014 einen deutlichen Verlust eingefahren und musste in Österreich bei den Mobilfunk-kunden ein Minus von 5% hinnehmen.

Der „Jahresüberschuss” drehte von plus 52,1 Mio. Euro auf minus 185,4 Mio. Euro, das operative Ergebnis (EBIT) verschlechterte sich von plus 318,2 auf minus 3 Mio. Euro, der Umsatz gab um 4% auf 4,02 Mrd. Euro nach.Das Minus von rund 185 Mio € ergebe sich vor allem durch das notwendige Impairment in Bulgarien mit –185,4 Mio. Euro. „Exklusive dieses Sondereffekts wäre das Ergebnis bei rund 190 Mio. Euro gelegen”, so das Unternehmen in einer Aussendung.

Minus bei Mobilfunkkunden

Insgesamt habe man aber damit im Jahr 2014 das operative Geschäftsjahr „stabilisiert” und den Turnaround geschafft.Sorgenfalte dürfte man allerdings ob des doch deutlichen Rückgangs bei den Mobilfunk-kunden bekommen haben. Hier musste man ja nach mehreren Preiserhöhungen und einer Reduktion der Stützungen für Handys bei Vertragsabschluss ein Kundenminus von 5,1% auf 5,42 Millionen Nutzer verkraften. Dafür legten zuletzt aber die Kundenumsätze zu; sie betrugen im Schlussquartal 16,5 Euro je Monat und Mobilfunkkunde, im Jahr davor waren es 15,7 Euro. Beim Festnetz konnte die Kundenzahl mit 2,29 Millionen kons-tant gehalten werden. Das größte Plus gab es hier in Kroatien mit 13,9%, allerdings ging hier die Zahl der Mobilfunkkunden um 5,6% zurück. Der Umsatz in Österreich ging 2014 um sieben Prozent zurück, das EBIT um 14,6%, der Jahres­überschuss blieb hingegen stabil. Der Mitarbeiterstand in Öster­reich sank um 1,9% auf 8.635, im ­Gesamtkonzern gab es aber ein Plus von 1,2% auf 16.240 Beschäftigte.

Kein Rückzug aus dem Osten

Den Ausblick für das heurige Jahr ließ Telekom-Chef Hannes Ametsreiter stabil. Die Dividende bleibe bei 0,05 Euro je Aktie, das Umsatzwachstum sieht er bei zwei Prozent. Das Management sei „zuversichtlich”, heuer wieder auf den Wachstumskurs zurückzukehren. Die Einsparungen heuer sollen bei rund 90 Mio. Euro liegen. Die Bilanz ist der erste Jahresabschluss unter der Kontrolle des neuen Mehrheitseigentümers America Movil des mexikanischen Multimilliardärs Carlos Slim.Im vierten Quartal hatte sich der Konzernverlust ein wenig reduziert. Lag der „Jahresüberschuss” im Schlussquartal 2013 noch bei minus 107,1 Mio. Euro, betrug er 2014 „nur” mehr minus 48,9 Mio. Euro. Gleichzeitig verschlechterte sich das Betriebsergebnis von minus 26,6 auf minus 39,8 Mio. Euro. Der von der Telekom viel beachtete Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sank im Quartalsvergleich um 13,2% auf 227,4 Mio. Euro.Der Aktienkurs legte im Jahresverlauf um 8,9% zu, blieb aber deutlich unter dem Ausgabekurs aus dem Jahr 2000. Laut Telekom wurde der Kurs „in erster Linie durch eine mögliche Erholung des österreichischen Mobilfunkmarkts, das Übernahmeangebot von America Movil und die Kapitalerhöhung im November 2014 getrieben”.Dass 400 Mio. Euro in den Breitbandausbau fließen, garantierte gestern Ametsreiter – auch wenn es dafür noch keinen Aufsichtsratsbeschluss gibt und unklar ist, wie viel der fast eine Milliarde schweren Förderaktion durch den Bund auf die Telekom entfallen wird. Zudem will man knapp 300 Mio. Euro in das Festnetz investieren, für den Mobilfunk seien gut 100 Mio. Euro geplant.Ausbauen will man, trotz des Verlusts in Bulgarien, auch das Osteuropa-Geschäft. Einen möglichen Rückzug beantwortete Ametsreiter gestern bei der Bilanz-PK mit einem deutlichen „Nein”.Vielmehr beobachte man den Markt nach interessanten Zukäufen; dafür stehe Geld im dreistelligen Millionen-Bereich zur Verfügung. Auch insgesamt gab sich der Telekom-Chef optimistisch: „Ich glaube, wir werden ein starkes erstes Quartal sehen”, so Ametsreiter. (red/APA)

Bewerten Sie diesen Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Ihr Kommentar zum Thema