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Die rasante Evolution einer Bildbearbeitungs-Software
CHRIS HADERER 27.02.2015

Die rasante Evolution einer Bildbearbeitungs-Software

Adobe Von der ersten Version wurden 200 Stück verkauft – zum 25-jährigen Jubiläum hat Photoshop 10 Millionen User

In der grafischen Industrie hat sich die Software im Lauf der Jahre als de facto-Standard durchgesetzt.

Wien. Es ist eine Zeit der Jubiläen: Im Vorjahr wurde der Macintosh von Apple 30 Jahre alt (der damit in vielen Bereichen tatsächlich eine neue Zeit einläutete und viele Branchen nachhaltig veränderte). Vor 25 Jahren erschien unter dem Namen „Photoshop S1.0” die erste Version eines Softwarepakets (damals noch exklusiv für den Macintosh, die Windows-Version kam erst im November 1992), das heute von mehr als 10 Millionen Anwendern eingesetzt wird. Etwa 90 Prozent der professionellen Bildbearbeiter verwenden die ursprünglich von Thomas Knoll und seinem Bruder John für die Produktion des Kinofilms „Abyss” entwickelte Software.

Preis-Kritiken

Die erste Photoshop-Version aus dem Jahr 1990 kostete inflationsbereinigt 1.685 US-Dollar (etwa 1.485 €) – die letzte Professional-Kaufversion 5.x etwa 999 Dollar (880,18 €). Trotz dieser leichten Verbilligung über die Jahre sind Preise etwas, für das Adobe mit Tradition kritisiert wird: so war beispielsweise im Jahr 2007 der Preis für die Adobe Creative Suite CS3 Design Premium in Europa um 65 Prozent höher angesiedelt als in den USA. Mittlerweile bietet das Unternehmen seine aktuellen Produkte über die Creative Cloud als Abomodell an – und konnte damit im dritten Geschäftsquartal 2014 einen Umsatz von 1,005 Mrd. US Dollar (885,46 Mrd. €) einfahren. Im Vergleich zum Ende des 2. Quartals 2014 verzeichnete Adobe mit 2.810.000 bezahlten Creative Cloud-Abos einen Zuwachs um 502.000 Einheiten. „Die Einführung von Creative Cloud und Adobe Marketing Cloud nimmt ständig zu”, sagt Shantanu Narayen, Präsident und Chief Executive Officer bei Adobe. „Wir haben eine führende Position in beiden schnell wachsenden Bereichen.”

200 Kaufexemplare

Während die erste Version der Software noch von Thomas Knoll allein geschrieben wurde, trieb schließlich sein Bruder die Entwicklung hinsichtlich dem Einsatz im Special-Effects-Bereich voran. Damals wie heute ist er Tricktechnik-Fachmann bei Industrial Light & Magic und wurde inzwischen für seine Arbeit an mehreren Teilen von „Star Wars” und „Fluch der Karibik” mit einem Oscar sowie drei Nominierungen ausgezeichnet. Von der allerersten Version der Software, die im Jahr 1988 unter dem Lizenznamen „Barneyscan XP” verkauft wurde, „gingen gerade einmal 200 Kaufexemplare über den Ladentisch”, erinnert sich Knoll im Rahmen einer virtuellen Jubiläumspressekonferenz von Adobe schmunzelnd. „Inzwischen nutzen Millionen Menschen rund um den Planeten Photoshop von Adobe.” Allerdings nicht alle legal: Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2007 benutzten 58% der Photoshop-Anwender eine Raubkopie der Software. Im Jahr 2007 war Photoshop die am vierthäufigsten raubkopierte Applikation. Während der Quellcode aktueller Anwendungen ein gut gehütetes Geheimnis darstellt, sind die von Thomas Knoll geschriebenen Originalzeilen mittlerweile ein Fall fürs Museum: Im Computer His-tory Museum im kalifornischen Ort Mountain View können Besucher seit dem Jahr 2013 auf dessen Webseite den Quellcode von Photoshop 1.0.1 herunterladen, einsehen und zu nicht-kommerziellen Zwecken verwenden. Interessierte Nostalgiker sollten aber profundes Know-how in Pascal und anderen Programmiersprachen besitzen, denn die rund 128.000 Zeilen Codes werden weitestgehend unkommentiert zur Verfügung gestellt.www.adobe.com

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