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Eine „paneuropäische Cloud” ist im Entstehen
Christoph fellmer 06.03.2015

Eine „paneuropäische Cloud” ist im Entstehen

Telekom Austria Das Unternehmen hat beim Mobile World Congress seine technologischen Strategien vorgestellt

Das technologische Ziel des Providers ist ein cloudbasiertes, softwarezentriertes All-IP-Netzwerk.

Barcelona/Wien. Am diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona (siehe auch Story auf Seite 54) verlautbarte die Telekom Austria Group, dass das Ziel ihrer zukünftigen Netzwerkarchitektur eine „paneuropäische Cloud” sein wird. Als progressiver Netzbetreiber macht die Telekom Austria Group die NFV-Technologie zu einer Priorität im Rahmen ihrer Technologie-Strategie und bewegt sich in Richtung eines cloud-basierten, softwarezen-trierten All-IP-Netzes. Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Network Evolution in Practice” skizzierte Günther Ottendorfer, CTO Telekom Austria Group, das Szenario einer zukünftigen Netzarchitektur. Er hob hervor, dass „die bisherigen vielfältigen, verschiedenen und proprietären Schichten der Hardware, der Operating-Systeme und der abstrahierenden Middlewares zu einem einzigen virtualisierten Stack konvergieren werden. Dieser läuft auf Commercial-off-the-Shelf Data Center Hardware, dem zugehörigen Operating-System und der entsprechenden Virtualisierungssoftware”, sagte Ottendorfer.

Eigenständiges Netz

Ziel wird es sein, zu einem zukünftigen Zeitpunkt das Netz vollständig automatisiert betreiben zu können – sowohl Service-Bereitstellung („Fulfilment”), wie Service-Sicherstellung („Assurance”) als auch Lebenszyklus („Life Cycle”) Management. Kunden, die ver-stärkt hohe Performanz (Durchsatz, Latenzzeiten) in Anspruch nehmen, werden vermehrt dezentral serviciert werden. Services, die dagegen kostenoptimiert laufen werden müssen, können zentralisiert angeboten werden und bedienen damit eine viel größere Zahl an Kunden. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist ein grundlegender Software Layer, der für die Netzfunktionen, die auf ihm laufen werden („Software runs on Software”), vollständig unabhängig von der Hardware und der geografischen Lokation sein wird. Dies bezeichnet Günther Ottendorfer auch als die „Network Declaration of Independence”. Entwickler werden sich nur mehr um einen Satz von offenen Programmschnittstellen kümmern müssen, ohne die darunterliegende Hardware zu kennen oder die geografische Lokation mit einbeziehen zu müssen. „Mit der Durchführung erfolgreicher Feldversuche bei unseren Tochtergesellschaften Mobiltel, Vipnet, Vip mobile, Vip operator und A1 haben wir eine wichtige Führungsrolle im Transformationsprozess der Telekommunikationsbranche übernommen”, kommentiert Günther Ottendorfer den Beitrag der Gruppe zum Thema Netzwerk-Virtualisierung (NFV). Die Netzwerk-Virtualisierung gilt als Paradigmenwechsel in der Telekom-Branche und lässt die Industrie durch die zukünftigen Virtualisierungen einzelner Netzwerkkomponenten auf einen Innovationsschub hoffen. NFV steht im Einklang mit der Technologiestrategie der Gruppe. Die Telekom Austria Group strebt die Marktführerschaft in diesem Bereich an, wobei bereits zahlreiche NFV-Feldversuche innerhalb der Gruppe erfolgt sind, welche die Bedeutung der Infrastrukturführerschaft als wichtiges Unterscheidungsmerkmal besonders hervorheben.www.telekomaustria.com

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