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Erste-Hilfe-Kasten für ­verrauschte Digitalfotos
CHRIS HADERER 27.02.2015

Erste-Hilfe-Kasten für ­verrauschte Digitalfotos

Test Mit Franzis Denoise Projects lassen sich bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommene Bilder wieder retten

Die Software ist Photoshop-kompatibel und kann auch im RAW-Format geschossene Fotos bearbeiten.

Wien. Fast alle digitalen Fotoaparate (und erst recht die in Smartphones verbauten Kameras) haben eine gemeinsame Schwäche: Bei schlechten Lichtverhältnissen oder hohen ISO-Werten schleicht sich ein unangenehmes Farbrauschen ins Bild. Das Entfernen solcher Störungen ist auch für geübte Bildbearbeiter eine Herausforderung – weshalb viele Bilder dann letztlich im digitalen Mistkübel landen, obwohl mit den entsprechenden Tools vielleicht doch noch etwas zu retten gewesen wäre. Ein solches Tool will das von Franzis vertriebene „Denoise Projects” sein (Standard-Version für 69 € und Denoise Projects Professional für 129 €). Dabei handelt es sich um ein Softwarepaket, das speziell zum Entrauschen von Bildern und Qualitätsverbesserung diverser Motive (etwa Landschafts-, Astro-, Unterwasser-, Konzert- oder Situationsfotografie, bei denen die Lichtintensität zu gering war) entwickelt wurde. Die enthaltenen Funktionen entfernen Luminanzrauschen, Farbrauschen, Banding, Farbwolkung, Hotpixel, Salt & Pepper und Lücken. Fotografen und Bildbearbeiter können auf sieben motivorientierte Entrauschungsalgorithmen, automatisches Noise-Stacking mit Alignment und Korrekturbild-Entrauschen (Dark-/Flat-Frame) in einem Tool zurückgreifen. Das funktioniert in der Praxis überraschend gut – auch wenn dem System an sich natürliche Grenzen gesetzt sind. Dennoch werden Bildstörungen, so sie nicht zu heftig ausfallen, einwandfrei beseitigt. Allerdings: Nicht immer greift die Automatik allein, manchmal muss manuell nachjustiert werden.

Spezielle Algorithmen

Neben automatischen Analyse- und Optimierungsmöglichkeiten stehen sieben unterschiedliche, selektiv anwendbare Entrauschungverfahren und verschiedene Entrauschungsmethoden für unterschiedliche Motivvarianten zur Verfügung. Ein spezialisierter Algorithmus zeichnet die Bildfehler nicht einfach weich, sondern ersetzt sie durch naheliegende Farbpixel, wodurch die Bilder in relativ hoher Qualität erhalten bleiben. Von der Bedienung her richtet sich Denoise Projects an Anwender, die auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm zurecht- kommen; die Software ist dabei als Stand-alone-Lösung wie auch als Plug-in für Photoshop und Lightroom von Adobe verfügbar. Das erlaubt einen kontrollierten Workflow – mit ausgezeichneten Ergebnissen, auch wenn Denoise Projects natürlich keine Wunder bewirken kann. Aber für viele Bilder ist es möglicherweise die letzte Rettung.

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