marketing & media
Förderung des österreichischen Wirtschaftsstandorts durch VRM
Gianna schöneich 24.03.2015

Förderung des österreichischen Wirtschaftsstandorts durch VRM

Wirtschaft Eine neue Initiative soll die Wichtigkeit regionaler Medien aufzeigen; präsentiert wurde diese bei der VRM-Jahrestagung 2015

Österreichs Werbemarkt spürt den Medienwandel und muss neue Lösungen finden, um die Situation zu verbessern.

Wien. Vorige Woche stellte der VRM (Verband der Regionalmedien Österreichs) die Initiative „Wir alle sind Wirtschaft” im Rahmen seiner Jahrestagung vor. Ziel soll es sein, eine Förderung des Wirtschaftsstandorts Österreich mittels der Regionalmedien zu erreichen; diese sollen in den Köpfen der Konsumenten ein Bewusstsein für die österreichische Wirtschaft schaffen.

Beleuchtet wurde die Thematik seitens der WKO, des Finanzminis-teriums, eines Wirtschaftsunternehmens und der Medienbranche und zeigte, welche Chancen in der Regionalität stecken.Bei der Initiative soll es sich um kein punktuelles, sondern um ein langfristiges Projekt handeln. Wobei die regionalen Medien als beständige Brücken zwischen den Menschen, Wirtschaft, Region und Österreich fungieren sollen: „Wir wollen die Stärke des VRM nutzen, um unsere Botschaft einfach und schnell verständlich mit einer großen Reichweite zu verbreiten. Wir wollen aber auf keinen Fall Wirtschaftsmedien ersetzen”, erklärte Dieter Henrich, Geschäftsführer des VRM.In den einzelnen regionalen Medien sollen Serien und Kampagnen gestartet werden, die die österreichische Wirtschaft vorstellen und damit ankurbeln sollen. Um dies zu erreichen, möchte der VRM den einzelnen Medien Anregungen sowie unterstützende Studien liefern. Auch sollen Vorzeigeunternehmen beleuchtet und Testimonials gefunden werden, die eine gewisse Nähe und Verbundenheit zu den einzelnen Bundesländern haben.

„Auf der Kriechspur”

Ein Mitgrund für die Initiative sei die wirtschaftliche Lage Österreichs: „Österreich ist nicht auf der Überholspur, eher auf der Kriechspur,” erklärte Hans Jörg Schelling, Bundesminister für Finanzen, der ebenfalls bei der Tagung sprach. Auch Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der WKO, verdeutlichte die momentane wirtschaftliche Situation des Landes und weshalb eine Stärkung der heimischen Wirtschaft nötig sei: „Wir sind auf dem Weg nach unten.”Die kritische Situation in Österreich zeigt sich auch in der Medienbranche, die mit dem Medienwandel zu kämpfen hat. Infolgedessen sei Fernsehwerbung, die so billig wie nie sei, ein wachsender Werbemarkt, und es gebe zahlreiche Neuerungen, auf die es zu reagieren gelte, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Gerade technische Neuerungen befänden sich in einem exponentiellen, globalen Wachstum, und dies fordere einen gewisse Dynamik. Auch neues Konsumentenverhalten, neue Wettbewerber und neue Werbeformen würden die Medienbranche beeinflussen. Doch gerade von Konkurrenten gilt es sich abzugrenzen: „Wir setzen auf Regionalität”, erklärt Wrabetz und folgt so dem Gedanken des VRM: „Regionale Angebote werden am stärksten nachgefragt, und daran müssen wir verstärkt arbeiten. Außerdem müssen wir Live-Schaltungen nutzen, auf Eigenproduktionen wie die ‚Vorstadtweiber' und inhaltliche Komponenten, wie unsere Auslandskorrespondenten, setzen.”

Gesetzgeber ist gefordert

Um all dies erfüllen zu können, sind allerdings Zugeständnisse seitens des Gesetzgebers nötig, erklärte Wrabetz. So werde die Medienregulierung zu einer globalen Angelegenheit, und auch frühere Regulierungen, wie die Beschränkung des ORF bei der Erstellung von Apps, müssen hinterfragt werden: „Sollen wir uns zu Tode regulieren lassen?” fragte der ORF-Generaldirektor und forderte eine Anpassung der Gesetze und mehr Flexibilität.Neben Appellen direkt an den Gesetzgeber wurden auch Stimmen an die Konsumenten und Unternehmen laut: „Kaufen Sie beim österreichischen Handel vor Ort, bleiben Sie als Unternehmen in Österreich – so können wir die lokale Wirtschaft stärken”, forderte Josef Gruber, Präsident des VRM, und zeigte so die persönliche, alltägliche Handlungskraft des Einzelnen auf. Trotz der Forderung, die lokale Wirtschaft zu stärken, wolle man sich aber nicht nach außen abgrenzen, erklärte der VRM weiter.Partner der Initiative „Wir sind Wirtschaft” ist unter anderem die Bundessparte Handel der WKO.Weitere Mitstreiter seien willkommen, erklärt der VRM und spricht neben Unternehmen auch öffentliche Stellen oder Einzelpersonen an, die ihren Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich leisten möchten. www.vrm.at

Bewerten Sie diesen Artikel

Teilen Sie diesen Artikel

Ihr Kommentar zum Thema