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Für die Generation Y zählt gesellschaftlicher Einsatz
PAUL CHRISTIAN JEZEK 23.01.2015

Für die Generation Y zählt gesellschaftlicher Einsatz

Auswahl des „richtigen” Arbeitgebers Inspiration und Leadership werden dringend gesucht – und verlangt

Firmen sollen Verantwortung übernehmen und ihr Business nach ethischen Prinzipien ausrichten.

Wien. Für den Deloitte MillennialSurvey wurden weltweit rund 8.000 gut ausgebildete, berufstätige Vertreter der Generation Y – die auch als „Millennials” bezeichneten Jahrgänge ab 1982 – zu ihren Erwartungen an potenzielle Arbeitgeber befragt. Der Sukkus daraus: Traditionelle Unternehmensziele wie Gewinnmaximierung und das Streben nach Marktführerschaft werden verstärkt hinterfragt.

Die Befragten – sowohl in den entwickelten Märkten als auch in den Schwellenländern – sehen Unternehmen zwar nach wie vor als wichtigste Treiber für den Wohlstand, Handlungsbedarf sehen die Millennials allerdings beim Willen der Firmen, aktiv an der Lösung ge-sellschaftlicher Probleme zu arbeiten. 75% geben an, die Betriebe hätten hauptsächlich die eigene Agenda im Fokus. „Es scheint, als ob die Millennials zum sozialen Gewissen der Unternehmen von morgen werden. Genau hier liegt das Risiko, aber auch die Chance für Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber”, warnt Bernhard Gröhs, Managing Partner bei Deloitte Österreich. „Diese Ergebnisse sollten von der Wirtschaftswelt als Weckruf verstanden werden, um sich dringend mit Fragen der Wirtschaftsethik und ihrer Rolle in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Wer das verpasst, läuft Gefahr, an eine ganze Generation von Talenten gar nicht erst heranzukommen!”

„Inspiriert uns!”

Nur 28% der Befragten sind der Meinung, dass ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber richtig eingesetzt werden. Traditionelle Führungsmerkmale verlieren gegenüber zeitgemäßen Leadership-Kompetenzen zunehmend an Boden. So werden Führungskräfte immer weniger danach beurteilt, wie bekannt bzw. sichtbar (19%), gut vernetzt (17%) oder fachlich versiert (17%) sie sind. Vielmehr können Vorgesetzte bei Millennials verstärkt mit strategischen Zugängen (39%) sowie einem inspirierenden (37%), authentischen (34%) und wertschätzenden (34%) Verhalten punkten.

Alle wollen in die TMT

Deutliche regionale Unterschiede zeigen sich beim Thema Karriereplanung. Während in den Schwellenländern 65% der Befragten eine Führungsposition anstreben, gilt dies in den entwickelten Märkten nur für 38%. Schon sechs von zehn Befragten geben an, dass der Unternehmenszweck großen Einfluss auf ihre Entscheidung für einen Arbeitgeber hat. Eine noch größere Rolle spielt dies vor allem bei den „super-connected Millennials”, also jenen Nachwuchskräften, die sich selbst als starke Nutzer Sozialer Netzwerke klassifizieren. In dieser Gruppe nannten sogar 77% den Unternehmenszweck als Hauptgrund für ihre Entscheidung, für eine bestimmte Firma zu arbeiten. Wie die Ergebnisse der aktuellen Deloitte-Studie zeigen, fühlen sich Nachwuchstalente am ehesten von der TMT-Branche (Technology, Media and Telecommunications) angesprochen; sie sehen in diesem Sektor auch das meiste Entwicklungspotenzial für sich selbst sowie deutliche Leadership-Qualitäten aufseiten der Führungskräfte.Die Ausbildung in höheren Bildungseinrichtungen scheint der Umfrage zufolge die Absolventen nur bedingt auf die Erfordernisse moderner Arbeitswelten vorzubereiten; hier zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen den Fertigkeiten, die im Hochschulbereich vermittelt werden, und jenen Fähigkeiten, die Nachwuchskräfte in Betrieben benötigen. „Die Ergebnisse der Studie decken sich mit unseren Beobachtungen in der Beratungspraxis und bei der Rekrutierung der Generation Y”, meint Gundi Wentner, Human Capital-Expertin und Partner Deloitte Österreich, dass es „einen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Bildungsbereich braucht, um die hohen Erwartungen dieser Generation zu erfüllen”. http://deloi.tt/1zu7NKc

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