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Gedanken über Mobilität und Arbeitsbedingungen
Christoph fellmer 06.02.2015

Gedanken über Mobilität und Arbeitsbedingungen

DLD Die Innovationskonferenz „Digital, Life, Design” widmete sich Ende Jänner neuen Online-Geschäftsmodellen

Neue Technologien verändern etablierte Unternehmensstrukturen und bieten neue Gedankenansätze.

Wien. Die Ende Jänner in München stattgefundene Innovationskonferenz DLD (Digital, Life, Design) beschäftigte sich unter dem Motto „It's Only The Beginning” mit dem Einfluss der Digitalisierung auf Gesellschaft, Gesundheit, Arbeitswelt, Finanzindustrie, Mobilität, Kunst und Design. Zum Auftakt des zweiten Konferenztags sprach Burdas Vorstand Stefan Winners mit Zalando-Gründer Oliver Samwer über das Erfolgsrezept der Gründerschmiede Rocket Internet, die bisher 50 Firmen hervorgebracht hat. „Wir haben jetzt in Deutschland ein bisschen Silicon Valley und ein bisschen Wall Street”, sagte Samwer. „Starke Expansion, ein Exit oder ein Börsengang” seien in diesem Klima „keine Wolkenschlösser”.

Eine veränderte Welt

Einblicke in die Mobilität von morgen gab Ian Robertson, Vertriebs- und Marketingvorstand von BMW: „Wir befinden uns in einer neuen digitalen Ära; das Geschäftsmodell der Autohersteller hat sich seit 100 Jahren nicht verändert, jetzt verändert es sich.” In Zukunft werde es nicht mehr auf Motor und Fahrgestell ankommen, sondern auf die digitale Vernetzung eines Autos. Die ersten selbstfahrenden Autos prognostiziert Robertson in spätestens zehn Jahren auf deutschen Straßen: „Dann ist die Technik bereit.”Auch in der Arbeitswelt sorgen neue Technologien für mehr Effizienz: Flickr-Gründer Stewart Butterfield stellte sein neues Projekt Slack vor, einen Nachrichtendienst, mit dem Teams gemeinsam arbeiten und auf alle Dokumente, Links und Tweets zugreifen können. Trotz aller technischen Möglichkeiten seien aber auch die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen erfolgsentscheidend. „Ein Unternehmen ohne Loyalität ist ein Unternehmen ohne Zukunft”, betonte LinkedIn-Gründer Reid Hoffman im Gespräch mit Arianna Huffington.David Marcus, Vizepresident für Messenger-Produkte bei Facebook, sprach über die Zukunft des Messagings in Zeiten von Snapchat und Tumblr. Mit seinen provokanten Thesen aus seinem aktuellen Buch „The Internet Is Not The Answer” verlieh der Internetkritiker Andrew Keen der Konferenz eine kritische Stimme. Den „Klang der Zukunft” hat Musiklegende Giorgio Moroder bereits in den 1970ern erfunden – die Synthesizer-Disko-Musik. Beim DLD sprach der dreifache Oscar-Gewinner über die Anfänge der Elektromusik und die Möglichkeiten, die neue Technologien jungen Musikern heute bieten: „Wer mit dem Computer Musik macht, hat eine gute Chance, einen Song zu veröffentlichen.” Daft Punk setzten dem Musik-Innovator 2013 mit dem Song „Giorgio By Moroder” ein Denkmal.Der Aenne Burda Award for Creative Leadership wurde der österreichischen Sozialwissenschaftlerin Edit Schlaffer verliehen; sie gründete „Sisters Against Violent Extremism”, die weltweit erste weibliche Counter-Terrorismus-Plattform mit dem Ziel, Familien gegen Extremismus zu stärken. Das Nachrichtenmagazin Focus zeichnete mit dem „Focus Digital Star Award” bereits zum dritten Mal Technologien aus, die für die Märkte der Zukunft prägend sein können. Der Hauptpreis „Digital Innovation of the Year” ging an das Technologie-Unternehmen Kreditech. Den Award in der Kategorie „Digital Perspective” erhielt relayr. Mit der „Editor's Choice” zeichnete Focus die Daimler-Tochter moovel aus. www.dld.co

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