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Gespeichert ist noch nicht gesichert
20.03.2015

Gespeichert ist noch nicht gesichert

Gastkommentar Markus Reitshammer, Re-Systems

Worst Case Study Die Ausgangslage: Ein niederösterreichisches Unternehmen handelt mit Möbelstoffen, 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um den Ablauf im Betrieb. Das Unternehmen erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von niedrigen, zweistelligen Millionenbeträgen. Im täglichen Ablauf ist das funktionierende Warenwirtschaftsprogramm unersetzlich. Dort werden Bestellungen erfasst, Lagerstände geführt, Aufträge zu Zuschnitt im Lager weitergeleitet und die Versandlogistik für über 500 Pakete am Tag an die Spedition elektronisch übergeben.

Das Problem: Und dann kam dieser Sommer mit Dauerregen und Hochwasserwarnung. Das Hochwasser überschwemmte auch den Keller des Möbelstoffhändlers. Dort ist, besser gesagt: war, der Serverraum. Sowohl die produktiven Server als auch die dort auf einer externen USB-Festplatte gespeicherte Datensicherung wurden zerstört. Der Worst Case für das Unternehmen. Sämtliche Lagerstände zu den über 80.000 Artikeln, Rechnungs- und Buchhaltungsdaten zu über 6.000 Kunden sind weg. Offene Posten, Forderungen, alle Finanzdaten wurden Opfer der Fluten. Ein Betrieb ohne Daten? Nicht überlebensfähig … Der Schaden: Ein Speziallabor wurde mit der Wiederherstellung der Daten beauftragt, auch wenn die Kosten dafür mehrere Tausend Euro ausmachen werden. Kosten? Jetzt spielten diese eine unter geordnete Rolle. Bei angenommenen 500 Auftragsbuchungen pro Tag fehlen seit der letzten Sicherung ca. 2.500 Einträge im System. Das entspricht 2.500 einzelnen Aufträgen, Lagerstandsveränderungen, Rechnungen, und und und … Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von rund 80 Euro pro Auftrag sind das schnell über 200.000 Euro an Warenwert.

Was ist verkraftbar?

Wie sichert man richtig? Die Faustregel: „Die Sicherungskopien dürfen niemals von denselben Gefahren bedroht sein, wie die Originaldaten!” Die Sicherungen müssen an einem anderen Ort, getrennt vom Stromnetz, aufbewahrt werden. Je nach Ausgangssituation bieten sich Cloud-Backuplösungen, am besten innerhalb des österreichischen Rechtsraums, wie zum Beispiel unsere „inn.cloud”-Lösung an. Wichtig ist, sich zu überlegen, über welche Zeitspanne hinweg ein Datenverlust für das Unternehmen verkraftbar wäre – danach richtet sich die Wahl des Sicherungsintervalls. Um sich mit dem Thema Daten-Sicherheit und -Sicherung im eigenen Betrieb auseinanderzusetzen, ist immer der richtige Zeitpunkt. Nur wer professionell sichert, ist gegen die Schäden gewappnet, die jeden von uns zu jeder Zeit treffen können. Vorsorge ist der Schlüssel zur Sicherheit und damit beginnt man am besten noch heute.

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