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Gezielte Entwicklung von neuen Urlaubsangeboten
dino silvestre 27.03.2015

Gezielte Entwicklung von neuen Urlaubsangeboten

Modul University Vienna Studie über Nutzen der Plattform Flickr zeigt Potenzial zum Lenken von Touristenströmen

Mehr als eine Mio. Flickr-Fotos von rund 38.000 Touristen in Österreich wurde untersucht.

Viele Fotos werden auf Urlaubsreisen gemacht: Geotags, Längen- bzw. Breitengrade liefern wichtige Infos für die Touristiker.

Wien. Nächtigungszahlen geben darüber Aufschluss, wo wie viele Touristen schlafen, Eintrittskarten informieren über die Anzahl der Besucher kostenpflichtiger Attraktionen. Doch wie erfasst man, in welchen Parks sich Touristen ausruhen und welche Gassen sie entlangschlendern?

Daten für den Tourismus

Eine Studie der Institute für Tourismus und Service Management sowie New Media Technology der Modul University Vienna mit der Wirtschaftsuniversität Wien liefert nun eine Antwort auf diese Frage – mittels der 4,5 Mio. Fotos, die täglich auf der Fotosharing-Plattform Flickr von über 51 Mio. User hochgeladen werden.Viele dieser Bilder werden im Urlaub gemacht. Hinweise aus den Flickr-Profilen von Österreich-Touristen liefern praktische Facts für Tourismusverantwortliche.Verschiedene Daten aus Social Media-Analysen eröffnen neue Möglichkeiten zur gezielten Entwicklung von Tourismusangeboten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Untersuchung. In einer fächerübergreifenden Studie zwischen Neuer Medientechnologie und Tourismusforschung wurde die Nutzung der Fotosharing-Plattform Flickr für die Tourismuswirtschaft untersucht.Auf diese Weise konnten beliebte Aufenthaltsorte und Routen ausfindig gemacht werden. Die Informationen sind für Tourismusmanager wertvoll. Denn Stadtpläne und City-Touren, die auf Grundlage davon optimiert werden, können weniger frequentierte Bereiche touristisch neu erschließen.Dazu Irem Önder vom Institut für Tourismus und Service Management: „Man erkennt anhand der Daten ganz konkret, wo sich Touristen in einer Stadt bevorzugt aufhalten – und wo nicht. Mit diesem Wissen können Tourismusmanager rascher auf die Bedürfnisse von Besuchern reagieren, gleichzeitig aber auch Maßnahmen setzen, um Touristen auf ebenfalls sehenswerte, aber weniger frequentierte Orte aufmerksam zu machen.”Zusätzlich können dadurch Informationen zu Besucherzahlen an Plätzen ohne Eintrittssystem – wie Parks – gewonnen werden.Für die Studie von Önder, Alexander Hubmann-Haidvogel vom Institut für New Media Technology sowie Wolfgang Körbitz von der Wirtschaftsuniversität Wien wurden mehr als eine Mio. Flickr-Fotos untersucht und aus diesen daten wurden mehr als 38.000 internationale Urlauber in Österreich identifiziert.

Städtereisen sind relevant

Die Ergebnisse der Analyse zeigen Unterschiede zwischen Stadt und Land. Die meisten Urlauber, die Österreich-Fotos auf ihr Flickr-Profil geladen haben, waren in Städten zu Gast. An der Spitze liegt dabei Wien, gefolgt von Salzburg und Innsbruck.Für die Bundesländer Burgenland und Vorarlberg konnten die wenigsten Touristen auf Flickr gefunden werden.Vergleiche mit Nächtigungszahlen belegen aber, dass deshalb nicht weniger Touristen in diesen Regionen waren.Daten aus Flickr-Profilen zu Österreich sind somit speziell für den Städtetourismus relevant. Reisende fotografieren vor allem Wahrzeichen und andere Attraktionen, die eher in Städten als am Land zu finden sind.Zudem werden bei Aktiv-Urlauben weniger Fotos geschossen als bei Städtetrips. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Im Sommer, wenn mehr Städtereisen unternommen werden, wird mehr fotografiert als im Winter.„Wir brauchen effizientere Wege der Datensammlung”, so Önder.www.modul.ac.at

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