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Guter Whisky muss nicht immer aus Irland kommen
daniela prugger 30.01.2015

Guter Whisky muss nicht immer aus Irland kommen

Destillerie Haider Seit 1995 destilliert das Waldviertler Familienunternehmen Whisky und kann international mithalten

Roggenwhisky ist noch ein Nischenprodukt, befindet sich aber auf dem Vormarsch und gilt als Rarität.

Wien. Im weltweiten Vergleich liegt das kleine Österreich bei der Produktion von Roggen weit vorn – sogar vor den USA. Auch die Kompetenz der Waldviertler Destillerie Haider liegt vor allem beim Roggenwhisky. Als erste Whisky-Destillerie in Österreich begann das Familienunternehmen 1995 mit dem Destillieren. Während im ersten Jahr noch 10 kleine Fässer mit je 56 Liter Whisky befüllt wurden, sind es heute durchschnittlich an die 100 Fässer mit je 225 Litern.

Jahresziele erreicht

Für 2014 war es das erklärte Ziel der Destillerie, den Bereich Wiederverkauf zu steigern und den Export zu intensivieren. Zwar verrät Haider keine genauen Zahlen, der Umsatz sei aber gesamt gesehen um 3 Prozent gestiegen. Dies sei zurückzuführen auf den gesteigerten Wiederverkauf (+6%). Der wichtigste Vermarktungsweg bleibe aber nach wie vor der direkte Ab-Hof-Verkauf durch die Whisky-Erlebniswelt – diese verzeichnet mittlerweile 78.000 Besucher jährlich. Wenn es um den Export geht, so ist Deutschland für die Destillerie nach wie vor der wichtigste Markt. Seit dem vergangenen Jahr arbeite man aber mit einem Generalimporteur zusammen. Ein weiterer Importeur fungiere im asiatischen Raum als Bindeglied für Interessierte aus dem Hotel- und Barbereich. Gespräche über eine Zusammenarbeit für die USA und Shanghai laufen ebenfalls an. „Eigentlich könnten wir unser gesamtes Produktionsvolumen exportieren, die Anfragen wären da. Speziell aus dem asiatischen Raum ist das Interesse sehr stark. Aber auch die USA und Russland sind sehr interessiert. Als Hauptabsatzmarkt sehen wir aber nach wie vor Österreich. Nur was der heimische Markt übrig lässt geht ins Ausland”, erklärt Juniorchefin Jasmin Haider.

Roggen bleibt Schwerpunkt

Der Vorteil der Whiskyproduktion mit Roggen liegt laut Junior-Chefin Jasmin Haider darin, dass das Ergebnis eine geschätzte Rarität unter den Whiskytrinkern ist. Ebenso biete das Waldviertel die wohl besten Voraussetzungen für die Produktion: Mehr als die Hälfte des heimischen Roggens wird dort angebaut und geerntet. Aktuell hat die Destillerie an die 120.000 Liter Whisky auf Lager. Die Nachfrage nach Roggen- und Roggenmalzwhiskys steigt weiter an und macht bereits 70 Prozent der Produktion aus, erklärt Haider und präzisiert: „Besonders Whiskys aus 100 Prozent Roggenmalz sind stark gefragt.” Es handle sich zwar um ein wahres Nischenprodukt, welches sich aber klar auf dem Vormarsch befinde. Die Produkte seien gleichzeitig vielseitig, so Haider, und entwickeln Aromen „von Honig bis Nuss und Nougat, aber auch fruchtige oder würzige Komponenten wie Birne, Kümmel oder Pfeffer”. Die Fässer aus Eiche werden dabei insgesamt dreimal befüllt. Eine Erstbefüllung lagert 2 bis 3 Jahre, eine Zweitbefüllung in den gleichen Fässern in etwa 6 Jahre. Um die Fässer ein drittes Mal befüllen zu können, müssen sie vorher zerlegt, ausgehobelt und neu ausgebrannt werden, um den Whisky dann für 8 bis 12 Jahre beherbergen zu können. Im aktuellen Jahr gibt es für das Familienunternehmen aber auch ansonsten Grund zum Feiern. Haider: „Wir haben unsere Ziele optimal umgesetzt und freuen uns auf ein bevorstehendes Jubiläumsjahr; 20 Jahre Waldviertler Whisky J.H., 10 Jahre Whisky-Erlebniswelt, 110 Jahre Waldviertler Roggenhof und mein Vater – Johann Haider – wird 60.”

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