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Hoffen auf den „WM-Effekt”
04.02.2015

Hoffen auf den „WM-Effekt”

WM Nach dem Auftritt bei der Wintersportmesse SIA in Denver präsentieren sich die rot-weiß-roten Skier jetzt im „Live-Test”

Wirtschaftsdelegierter Thaler: Zumindest Werbewirkung für erfolgreiche Marken ist nicht zu unterschätzen.

Vail/Wien. Die 43. Alpine Ski-Weltmeisterschaft ist in der Nacht auf Dienstag in Vail/Beaver Creek eröffnet worden. Am Wochenende davor hatte sich die heimische Wintersportindustrie noch auf der „SnowSports Industries America Snow Show” in Denver präsentiert, wo dem amerikanischen Markt die Neuheiten für die Saison 2015/16 vorgestellt wurden. Über 1.000 Marken aus den Bereichen Alpin, Langlauf, Snowboard, Freeride und Outdoor-Bekleidung stellten sich auf der SIA vor, davon allein über 1.500 Ski- und 950 Snowboardmodelle. Auch aus Öster-reich waren alle relevanten Marken mit an Bord, von Atomic, Bagjump Action Sports, Blizzard, Eisbär und Fischer über Hagan, Head, Jägerndorfer, Kästle, Komperdell bis zu Wintersteiger und Zanier.

Guter Vororderverlauf

Die aktuelle Saison hatte nach Auskunft der Produzenten schon einen guten Vororderverlauf, auch bedingt durch den frühen Wintereinbruch in einzelnen Regionen der USA und die anziehende US-Konjunktur. Für Fischer läuft das US-Geschäft durch den guten Winterverlauf „sehr zufriedenstellend”. Head konnte trotz eines späten Starts in Europa die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent steigern, wobei „einen sehr wesentlichen Beitrag” die Geschäftsentwicklung in den USA geliefert habe.Die Entwicklung der österreichischen Skiexporte in die USA ist durchwachsen: Vor zehn Jahren wurden Ski im Wert von 39 Mio. € verkauft, 2013 waren es nur noch 26,9 Mio. €. In den ersten drei Quartalen 2014 jedenfalls stiegen die Exporte österreichischer Ski und Bindungen auf 22,7 Mio. € bzw. 7,8 Mio. € und erzielten einen Zuwachs von 11,9% und 17,4%. Stark gestiegen, allerdings auf geringem Niveau, sind die Exporte von Mützen und Spezialhand-schuhen.

Klientel ist „fun-orientiert”

Wie wird sich die WM auf das Business der heimischen Sport-artikler auswirken? Man dürfe sich nicht zu viel erwarten, Skiläufer in den USA seien „fun-orientiert und nicht rennbegeistert”, analysierte der österreichische Wirtschaftsdelegierte in den USA, Rudolf Thaler, im Vorfeld der Veranstaltung. Selbst US-Siege sollten daher nicht unmittelbar den Verkauf steigern. Allerdings sei der Werbeeffekt für erfolgreiche Marken nicht zu unterschätzen. Generell profitieren die österreichischen Exporte in die USA vom Wachstumskurs der US-Wirtschaft; in den ersten drei Quartalen 2014 stiegen dort die Exporte um 8,3% auf 5,8 Mrd. €, die Importe legten um 5,6% auf 3,5 Mrd. € zu. Der Handelsbilanzüberschuss lag damit in neun Monaten bei 2,3 Mrd. €. Die USA sind mit Abstand Österreichs größter Überseemarkt und weltweit die Nummer Drei unter den Export­destinationen. (APA/red)

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