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„In 30 Jahren wird der PC ein Museumsstück sein”
Christoph fellmer 06.02.2015

„In 30 Jahren wird der PC ein Museumsstück sein”

Kaspersky Drei Jahrzehnte nach dem Beginn des PC-Zeitalters wirft der Sicherheitsexperte einen Blick in die Zukunft

Alexander Gostev von Kaspersky Lab ist von einer umfassend vernetzten Zukunft mehr als überzeugt.

Wien. Im Vorjahr wurde der Macintosh-Computer von Apple 30 Jahre alt. Was damals niemand dachte: Der mittlerweile verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs veränderte die Welt damit nachhaltig. Wie aber wird sich wohl die digitale Realität in weiteren 30 Jahren darstellen? Die Experten von Kaspersky Lab haben eine Prognose für das Jahr 2045 gewagt – mit einigen durchaus interessanten Thesen.

Roboter & andere Fremde

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich zu den Milliarden von Menschen auf der Erde bald auch Milliarden von Robotern gesellen, die uns lästige und schwere Arbeiten abnehmen. Die Menschheit wird sich darauf konzentrieren, die Software für die Roboter weiter zu verbessern. Wo heute in der IT-Industrie noch Apps entwickelt werden, kümmern sich morgen Unternehmen um Robotersoftware.Gleichzeitig wird vor allem in der Medizin die Grenze zwischen Mensch und Maschine durchlässig. So werden 2045 wohl elektronisch gesteuerte künstliche Organe und Prothesen hergestellt und transplantiert. Winzige Nano-Roboter geben in unserem Körper gezielt Medikamente ab oder führen selbstständig kleinere Eingriffe durch. Unser Gesundheitszustand wird von implantierten Sensoren überwacht, welche die Werte in einem cloudbasierten Speicher ablegen, auf den die Mediziner Zugriff haben; das alles soll die Lebenserwartung deutlich weiter erhöhen. „Die rasante Entwicklung der IT macht es nicht einfach, genau vorherzusagen, wie die Welt in drei Jahrzehnten aussehen wird”, sagt Alexander Gostev, Chief Security Expert bei Kaspersky Lab. „Und doch zeigt sich, dass unsere Technologien jedes Jahr noch smarter werden, und die Menschen mit dieser Entwicklung Schritt halten müssen. Diese Entwicklungen dürften aber auch Cyberkriminelle auf den Plan rufen – mit dem Ziel, jeglichen neuen IT-Fortschritt für ihre kriminellen Machenschaften auszunutzen. Wie auch immer die Welt in 30 Jahren aussehen wird, wir sollten schon jetzt damit anfangen, sie angenehmer und sicherer zu gestalten. Die Technologie gibt uns dafür die Werkzeuge an die Hand. Ob wir sie zum Guten oder Bösen nutzen, liegt einzig und allein an uns selbst.”

Moderne Wohnungen

Auch das häusliche Umfeld wird sich verändern. Smart Homes kümmern sich automatisch um die alltäglichen Pflichten, sei es die Versorgung mit Wasser und Energie, sei es, dass der Kühlschrank nicht leer wird. Die Bewohner können sich darauf konzentrieren, auf ihrem Bankkonto immer genügend Geld für die Begleichung der Rechnungen zu haben.Unsere digitalen Alter Egos sind 2045 komplett ausgeprägt und in einer selbstregulierten weltweiten Infrastruktur miteinander vernetzt. Dieses System kümmert sich um die Lebensgrundlagen auf der Erde und die Verteilung der Ressourcen. Es schützt vor bewaffneten Konflikten und organisiert humanitäre Aktionen. Moderatorenrechte und damit den meisten Einfluss auf das System haben die aktivsten und erfolgreichsten Nutzer; dieses System wird ein wenig wie das TOR-Netzwerk arbeiten.

Der PC verschwindet

Der PC als Vater des IT-Booms, der vor 30 Jahren begann, hat laut Kaspersky Labs in weiteren 30 Jahren ausgedient und ist nur noch im Museum zu besichtigen. Er wird abgelöst von einer Vielzahl hochspezialisierter smarter Geräte, die seine jetzigen Funktionen übernehmen. Das gilt zum Beispiel auch für Unternehmen: Anstelle der Angestellten, die heute am PC die Bücher führen, treten morgen spezialisierte, von den Firmen kontrollierte Server, die elektronische Dokumente selbstständig auswerten können. Aber: „Nicht jeder wird von der neuen, digitalen Welt begeistert sein”, sagt Gostev. So erwarten die Experten von Kaspersky Lab auch, dass sich eine Gegenbewegung von Technikfeinden formieren wird. „Sie werden sich der Entwicklung von Robotern, smarten Geräten und digitalen Identitäten entgegenstellen.”www.kaspersky.com

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