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Kartellamt hat Sorgen
18.02.2015

Kartellamt hat Sorgen

EH „Verdichtung stark konzentrierter Marktstrukturen”

Tengelmann-Übernahme durch Edeka.

Bonn. Die geplante Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Marktführer Edeka bereitet dem deutschen Kartellamt Sorgen. Demnach würde dieses Vorhaben zu „einer Verdichtung der ohnehin schon stark konzen-trierten Marktstrukturen” führen, erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt. Bis zum 26. Februar haben die beteiligten Firmen Zeit, dazu Stellung zu nehmen; dabei könnten die Firmen auch „Vorschläge für Auflagen oder Zusagen” vorlegen.

Edeka will die 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni kaufen – der Marktanteil entspreche laut Tengelmann 0,6 Prozent. Der Verkauf ist aber nur möglich, wenn das Kartellamt ihn genehmigt. Die Behörde erklärte in ihrer Einschätzung, in vielen Regionalmärkten und Stadtbezirken gäbe es nach der Übernahme nur noch zwei „Nahversorger” mit umfassendem Warensortiment: Edeka und Rewe. Edeka würde unter anderem in Berlin und München weit über zehn Prozent Marktanteil hinzugewinnen. Auch bei der „Beschaffung von Markenartikeln” würde der Vorsprung von Edeka, Rewe und der Schwarz-Gruppe (Kaufland, Lidl) durch die Übernahme weiter wachsen, so die wettbewerbsrechtlichen Befürchtungen des Kartellamts. Den Herstellern würde eine Absatzalternative außerhalb dieser „Spitzengruppe” wegbrechen. Das Kartellamt muss bis zum 6. März eine Entscheidung fällen, die beteiligten Firmen können aber eine Fristverlängerung beantragen. (dp)

Behördenpräsident Andreas Mundt: Den Firmen wurden die Bedenken mitgeteilt.

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