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Kein Red Bull für Jugendliche?
22.01.2015

Kein Red Bull für Jugendliche?

Energy Drinks Laut der deutschen Verbraucherorganisation Foodwatch gelten 6,6% der Jugendlichen als Hochverzehrer von Koffein

EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis will rechtliche Schritte gegen koffeinhaltige Energy Drinks prüfen.

Wien/Osnabrück. So wirklich leicht hatten es die Energy Drinks ja nie. Die Zulassungsbedingungen in einigen Ländern waren oft nahe dem Hürdenlauf, auch in Deutschland. Nun droht eine Neuauflage in Sachen Handicaps: Vytenis Andriukaitis, seines Zeichens EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, will Schritte gegen die umstrittenen Muntermacher prüfen. Anstoß dafür ist ihm die ungebrochene Beliebtheit der koffeinhaltigen Energy Drinks bei Kindern und Jugendlichen – der damit verbundene hohe Koffeinkonsum sei somit „besorgniserregend”.

Er werde mit der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) darüber „diskutieren, was die EU-Staaten hier gegebenenfalls unternehmen sollten”, sagte Andriukaitis gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Kommission werde sich die EFSA-Stellungnahme und mögliche Konsequenzen genau anschauen, wenn sie voraussichtlich im Sommer in ihrer endgültigen Fassung vorliege, sagte der Kommissar.

Abgabe erst ab 18 gefordert

Auch der deutsche Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) forderte ein Abgabeverbot für koffeinhaltige Energy Drinks an Jugendliche unter 18 Jahren. „Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Bundesamt für Risikoforschung sind auch wir der Meinung, dass die Drinks für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind”, beurteilt Sophie Herr, Teamleiterin für Ernährung beim vzbv, die ihrer Meinung nach wohl doch eher relative Erquicklichkeit der Energy Drinks. Ebenso engagiert sich die Verbraucherorganisation Foodwatch entsprechend; sie hatte zuvor schon gefordert, den Verkauf von Energy Drinks an Kinder und Jugendliche zu verbieten.Laut einer Studie der EFSA konsumieren Millionen Jugendliche in der EU zu viel Koffein. Demnach nehmen Jugendliche in fünf von 13 untersuchten EU-Mitgliedsstaaten mehr Koffein zu sich, als empfohlen. Der Studie zufolge sollten Erwachsene und Minderjährige eine Dosis von drei Milligramm Koffein pro Kilo Körpergewicht am Tag nicht überschreiten.Per Redaktionsschluss wurden die diskutierten Grenzwerte allerdings relativiert: Nun heißt es, dass Einzeldosen von Koffein bis zu 200 Milligramm und Tagesrationen von bis zu 400 Milligramm zumindest für Erwachsene in Europa gesundheitlich unbedenklich seien. Auch Schwangere dürfen sich mit bis zu 200 Milligramm täglich munter halten. Für Kinder bleibt es dabei, dass eine tägliche Aufnahme von drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht als sicher angesehen wird. (APA)

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