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Landesstudios unter der Lupe
13.03.2015

Landesstudios unter der Lupe

Standortbestimmung Nur teilweise erreichte Marktanteilsziele und Budgetüberschreitungen – Steiermark mit höchsten Kosten bei „Bundesland heute”

Der Rechnungshof sah sich die Tätigkeit der ORF-Landesstudio genauer – am Ende gabs Lob und Verbesserungsvorschläge.

Wien. Der Rechnungshof hat 2014 die Gebarung der ORF-Landesstudios geprüft und einige durchaus kritische Punkte angeführt. Auf der Liste zu finden: Ungenutzte Einsparungspotenziale bei „Bundesland heute”, Technik und Verwaltung, nur teilweise erreichte Marktanteilsziele sowie Budget-überschreitungen.

Insbesondere bei den Gesamtaufwendungen aller Landesstudios, die laut Bericht in 2012 bei 160,1 Mio. Euro lagen, stünden lediglich Erträge in der Höhe von 40,73 Mio. Euro gegenüber. Unter die Lupe nahm man auch die Produktionskosten der Sendung „Bundesland heute”. Diese waren sehr unterschiedlich und lagen 2013 zwischen 3,09 Mio. und 4,35 Mio. Euro.

Gesamtstrategie vorhanden

In puncto Strategie und Ziele hielten die Prüfer fest, dass der ORF zwar mittlerweile über eine vom ORF-Stiftungsrat beschlossene Gesamtstrategie verfüge, daraus für die Landesstudios aber nur unzureichend operative Ziele abgeleitet habe. Bezüglich Marktanteile und Budgetvorgaben sowie Zielvorgaben beim Technischen Betrieb erreichten die Landesstudios die vorgesehenen Ziele „nur teilweise”, heißt es in dem Bericht weiter. Die Ziel-Marktanteile im Hörfunk erreichten oder übertrafen laut Bericht im Jahr 2008 sieben, im Jahr 2010 ein und im Jahr 2011 drei Landesstudios. Die Vorgaben für die Marktanteile der Sendung „Bundesland heute” erreichten die Landes-studios in den Jahren 2008 bis 2012 in zwei von 15 Fällen.

Etliche Vorschläge

Kritisch sieht es der Rechnungshof auch, dass der ORF die Dienststelle „Kaufmännische Verwaltung” in den Landesstudios Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg nicht aufgelöst habe, obwohl die ORF-Zentrale seit 2004 wichtige kaufmännische Abläufe von diesen Landesstudios übernahm. Positiv vermerkt das Kontrollorgan indes die gemeinsame technische Leitung der Landesstudios Tirol und Vorarlberg. Potenzial ortet der Rechnungshof auch bei der Auslastung des technischen Personals in einzelnen ORF-Landesstudios. In jenen mit hohem Anteil an Fremdpersonal und niedriger Auslastung des Eigenpersonals wird empfohlen, Maßnahmen zur besseren Auslas-tung des Eigenpersonals zu ergreifen und Fremdpersonal erst nach einer optimierten Auslastung des Eigenpersonals einzusetzen.Differenziert nahm man den Bericht beim ORF auf. Dort hieß es, man werde „die Feststellungen und Empfehlungen des Berichts in den kommenden Wochen genau analysieren. Aus heutiger Sicht kann allerdings festgehalten werden, dass von den insgesamt 25 Empfehlungen sieben bereits umgesetzt sind. Die übrigen Empfehlungen werden noch geprüft, aber voraussichtlich auch überwiegend aufgegriffen. Einige wenige Empfehlungen sind aus Sicht des ORF nicht sinnvoll und werden nicht umgesetzt.”Zufrieden zeigte sich der ORF hinsichtlich mehrerer vom Rechungshof im Sinne des ORF festgestellten Punkte.Diese reichen von der Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags durch die Landesstudios, der Einhaltung beschlossener Budgets über die Reduktion des Personalstands um ganze 162 Vollzeit-äquivalente im Zeitraum 2008-2012 bis hin zum Sinken der Gesamtaufwendungen um nominell rund 50 Mio. € (5%) ebenfalls zwischen 2008-2012, so der ORF in einer Aussendung.(APA/red)www.orf.atwww.rechnungshof.gv.at

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