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Mehr Pleiten, aber kleinere
16.01.2015

Mehr Pleiten, aber kleinere

Prognose 2015 Die Experten des Kreditversicherers Prisma erwarten für Österreich zahlenmäßig 3% mehr Fälle

Global soll sich der Rückgang an Insolvenzen fortsetzen, „schlimm” bleiben die Italiener und Spanier.

Wien. Der Kreditversicherer Prisma erwartet für 2015 global einen weiteren Rückgang der Firmenpleiten um 3%. Jedoch wird es nicht mehr so rasant abwärtsgehen wie 2014, als überraschend 12% weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet hatten. Insgesamt ist das Niveau aber noch um 12% höher als vor der Krise 2008/2009. Für Öster-reich rechnet Prisma heuer mit mehr, aber kleineren Pleiten.

Österreich gehört laut der am Mittwoch veröffentlichten Prognose, wie auch Deutschland, zu jenen Ländern, wo grundsätzlich wenig Firmen bankrottgehen, aber die Insolvenzzahlen 2015 wieder steigen werden. Nach zwei Jahren Rückgang sollen die Pleiten hierzulande heuer um 3% zunehmen. 2014 hatten 5.423 Unternehmen Insolvenz angemeldet, um 0,7% weniger als im Jahr davor. Allerdings dürften die Pleitefälle „deutlich kleiner als in der Vergangenheit” bleiben.

„Musterschüler” Deutschland leidet laut Prisma zunehmend unter den globalen Krisen sowie dem verlangsamten Wachstum Chinas und auch an der schwächelnden Konjunktur im Euroraum; 2015 dürften die Insolvenzen daher um 2% zunehmen (nach -6% in 2014).

Ukraine-Krise wirkt sich aus

In Russland werde der Konflikt mit der Ukraine deutliche Spuren in der Pleitestatistik hinterlassen: Prognostiziert ist eine Zunahme von 10% (Vj: +7%). Nirgends außer in Marokko und Kolumbien sollen heuer mehr Firmen in die Pleite schlittern. Die russischen Unternehmen zahlen ihre Rechnungen aber immerhin im Schnitt nach 55 Tagen. In China wird die Zahlungsmoral schlechter (nach 90 Tagen), schlecht bleibt sie auch in Italien und Spanien – dort wird traditionell erst nach 100 Tagen bezahlt.

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