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Neuer Trend: Online goes offline
26.03.2015

Neuer Trend: Online goes offline

Analyse Laut Einschätzung des deutschen Instituts für Handelsforschung (IFH) suchen immer mehr Onlinehändler ihr Heil im Offline-Store

Düstere Prognose: Von 40.000 Onlinehändlern sollen nur zehn Prozent das Jahr 2020 überleben.

Stuttgart. Ein Händler, der zusätzlich einen Online-Shop eröffnet, ist keine Seltenheit mehr. Ungewohnter ist der umgekehrte Weg, also der Onlinestore, der plötzlich in der realen Welt manifest wird. Darüber denkt beispielsweise Internetriese Amazon mittlerweile angeblich nach – durch Amazon bummeln könnte also bald Realität werden.

Es entspricht dem Trend: Klassische Internethändler wagen sich derzeit verstärkt in die nicht-virtuelle Welt – und eröffnen erste stationäre Geschäfte. Nicht nur Amazon denkt diesbezüglich über eine Filiale in New York nach – auch in Deutschland lassen sich derzeit reine Online-Händler in der Fußgängerzone nieder.„Es ist tatsächlich so, dass immer mehr Onliner sich in die stationäre Welt begeben”, sagt Eva Stüber vom Institut für Handelsforschung (IFH). Online kann man datenbasiert etwas über den Kunden lernen, aber das Persönliche geht besser im Geschäft.”

40.000 reine Onlinehändler

Nach IFH-Angaben gibt es in Deutschland derzeit 40.000 reine Online-Händler. Laut einhelliger Prognose der Experten steht diesen ein beinharter Selektionsprozess bevor: 90 Prozent von ihnen dürften das Jahr 2020 nicht überleben. Der Hauptgrund dafür ist die schiere Übermacht von Internetriesen wie Amazon und Zalando. Diese unangenehme Prophezeiung beschleunigt nun die Flucht aus der virtuellen Welt, um auch im „real life” aktiv zu werden, auch wenn die Platzhirsche aus dem Netz selbst dorthin drängen. Zumal: Außerhalb des Netzes gelten andere Gesetze mit anderen Möglichkeiten und anderen Gewichtungen – etwa der Frage des richtigen Standorts.Die potenziell erfolgreichen Umsiedlungen häufen sich: Zuletzt öffnete etwa der Online-Trachtenhändler Almliebe eine Filiale in München. Internet-Möbelverkäufer Fashion4home hat seine Sofas bereits auf Einkaufsmeilen in Berlin oder Hamburg aufgebaut. Ein gutes Beispiel ist ebenso der Elektronikhändler Cyberport, der zuletzt hierzulande mit zwei Stores eine Offline-Präsenz aufgebaut hat. Die folgen nicht zuletzt dem Prinzip, dass stationäre Geschäfte auch als eine Art Ausstellungsfläche für das Unternehmen dienlich sein können.Übrigens ist auch Online-Händler Zalando in der echten Welt angekommen: In Berlin und Frankfurt betreibt er Outlet-Stores. Über den Verkauf reduzierter Ware hinaus sind einer Sprecherin zufolge allerdings keine Filialen geplant. „Wir sind vom Herzen her auf jeden Fall Online-Händler und das ist unser Fokus”, sagt sie. Die Outlets seien aber ein „guter Berührungspunkt” zum Kunden.(APA/red)

Eva Stüber vom IFH ist überzeugt: „Das Persönliche geht besser im Geschäft.”

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