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Petrus gegen conwert im Ring
16.01.2015

Petrus gegen conwert im Ring

Harsche Kritik via Medieninserate Der UK-Fonds Petrus Advisers scheint eine neue Form des medialen„Anpatzens” institutionalisieren zu wollen

conwert-CEO Schneider lässt rechtliche Schritte gegen den britischen Investmentfonds überprüfen.

Wien. „Oops, they did it again” – das Management des Investmentfonds Petrus Advisers mit Sitz in London hat wie schon zuvor beim Flughafen Wien, an dem der Fonds beteiligt ist, per Zeitungsinserate seine Meinung kundgetan. Dieses Mal hat der Immobilienkonzern conwert sein Fett abbekommen.

In einem offenen Brief kritisierte Fondsmanager Klaus Umek conwert-CEO Clemens Schneider dafür, dass die conwert-Aktie seit über drei Jahren 45% unter der Performance des europäischen Immobilien-Aktienindex liege und die Leerstände der conwert-Immobilien zu hoch seien. Petrus Advisers hat mit Stand November 2014 rund 6,7% der conwert-Aktien gehalten. Umek fordert medial sieben konkrete Maßnahmen, andernfalls wolle man wissen, „wie unserGeld möglichst unbeschadet ausgezahlt wird oder wie Sie die Aufgaben in fähigere Hände übergeben werden”. Unter Schneider, der 2014 von der Westbahn zu conwert wechselte, habe sich die Finanzmarktkommunikation erneut verschlechtert. Eine strategische Neuausrichtung sei nie präsentiertworden. Schneider weist die Vorwürfe als unwahr zurück und drohtmit rechtlichen Schritten, zumal „Petrus Advisers von Mitte 2010 bis April 2012 größter und einflussreichster Aktionär war”.Den österreichischen Investmentbanker Umek stören weiters „die offensichtlich aufgeblähten Kostenstrukturen” sowie Immobilien-Verkäufe in 2014, bei denen der Vorstand „erstklassige CEE-Wohn-immobilien radikal abgewertet und dann zum Buchwert verkauft” habe. Aus Sicht von Petrus Advisers ist das Portfolio unterbewertet (die österreichischen Objekte um bis zu 150 Mio. €, die deutschen um bis zu 145 Mio.). Der Nettoinventarwert (NAV) sei daher um bis zu 4 € „falsch wiedergegeben”. Gegenüber Reuters habe ein weiterer conwert-Aktionär ebenfalls seine Frustration kundgetan, so die Agentur.

IVA-Chef kommentiert

Wilhelm Rasinger, Chef des Interessenverband der Anleger (IVA) kann die Kritik teils nachvollziehen – auch wenn die Form des Konflikts, über Zeitungsinserate, wohl ungewöhnlich sei. Der Fonds thematisiere in der Tat einige lang bekannte Probleme. Die Kritik werde sich mittelfristig positiv auswirken, ist Rasinger überzeugt. Das Hauptargument sei richtig, dass sich die boomenden Immobilienmärkte im conwert-Aktienkurs nicht niedergeschlagen hätten.Es könnten Kontrakte aber auch nicht überhastet aufgelöst werden. Unrecht habe Petrus Advisers mit den Vorwürfen zu den Immo-Werten, nimmt Rasinger conwert teilweise in Schutz.(ag/lk)

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