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Schlechtes Zeugnis für die Gesundheitsmanager
PAUL CHRISTIAN JEZEK 27.03.2015

Schlechtes Zeugnis für die Gesundheitsmanager

Umfrage Österreichs Führungskräfte der Gesundheitsbranche hinken bei den Qualifikationen deutlich hinterher

Herausfordernde Märkte brauchen Manager mit Erfahrung, Soft Skills und guten Sprachkenntnissen.

Kerstin Roubin, Managing Partner bei Boyden Österreich: „Unser Land hinkt im internationalen Vergleich deutlich hinterher.”

Wien. Sind Österreichs Manager in der Gesundheitsbranche für den internationalen Wettbewerb und die in den nächsten Jahren notwendigen Reorganisationen gerüstet?

Der High-Level-PersonalrecruiterBoyden Österreich hat Geschäftsführer führender österreichischer Unternehmen der Medizintechnik und Pharmazie befragt. Das Ergeb-nis zeigt Divergenzen zwischen Eigenwahrnehmung und interna-tionaler Profilerfordernis. So werden die zukünftigen Herausforde-rungen deutlich realistischer gesehen als die Qualifikationen, welche die Führungskräfte zu deren Bewältigung benötigen.

Defizite bei der Flexibilität

Laut Boyden-Auswertung denken 70% der österreichischen Manager, die derzeitigen Führungsebenen könnten mit internationalen Profilen mithalten. Tatsächlich fehlt es aber an Kompetenzen wie Sprachkenntnissen, regionaler Flexibilität, internationalen Erfahrungen und wirtschaftlichem Denken.Auch auf für Veränderungen notwendige Soft Skills, wie gute Kommunikationsfähigkeit, Offenheit und Sensibilität wird bei der Personalauswahl zu wenig geachtet.

Neue Anforderungen

Kerstin Roubin, Managing Partner bei Boyden Österreich: „Die heimische Gesundheitsbranche wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren neu aufstellen. Diese Veränderungen bringen auch neue Anforderungen für das obere und mittlere Management mit sich. Die Aufgabenstellungen werden komplexer. Persönlichkeiten, die sich durch Offenheit und Flexibilität schneller auf das veränderte Umfeld einstellen können, werden notwendig sein. Alleiniges Fachwissen wird zukünftig nicht mehr ausreichen. Auch Soft Skills sind gefragt. Unsere Analysen zeigen, dass in den österreichischen Führungsebenen der Gesundheitsbranche bei der Rekrutierung zu wenig auf die zukünftig notwendigen Qualifikationen geachtet wurde und die Top-Unternehmen der Pharma-industrie aus Mangel an qualifizierten Personen kaum mehr in Österreich rekrutieren.”

Defizite bei der Diversity

Erhebliche Defizite gibt es auch beim Thema Diversity. Der Kulturwandel zu einer vielfältigeren Unternehmenskultur scheint die Gesundheitsbranche noch nicht erreicht zu haben. „Die Frauenquote im Top-Managementbereich ist gering, verglichen mit den Quoten der Ebenen darunter”, konstatiert Roubin. „Das bedeutet, es wäre genug Potenzial vorhanden. Anscheinend gelingt aber noch nicht der letzte Schritt ins Top-Management. Ganz wenige österreichische Manager haben internationale Erfahrung. Im Hinblick darauf ist es wichtig, international zu rekrutieren, Diversity und Soft Skills stärker bei der Personalauswahl zu berücksichtigen, sonst sehe ich mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr. Die Rekruitingstrategie darf nie auf das Heute ausgerichtete sein, sondern muss sich bereits auf das Morgen beziehen.” (red)www.boyden.com/austria

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