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Sicher ist: Wer nicht wirbt, stirbt
18.02.2015

Sicher ist: Wer nicht wirbt, stirbt

Die kommenden fünf Jahre Die Fachgruppenobfrau Birgit Kraft-Kinz stellte fünf Punkte für die Entwicklung der Wiener Werbewirtschaft vor

Die Fachgruppe Werbung der WKO möchte mit einem umfasenden Konjunkturpaket die (Werbe-)Wirtschaft ankurbeln.

Wien. Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien, mit über 9.000 Mitgliedern eine der größten Fachgruppen, will mit zahlreichen Maßnahmen auch 2015 die Werbe(Wirtschaft) beleben, so der Plan von deren Obfrau Birgit Kraft-Kinz, die gestern zusammen mit den Ausschuss-Mitgliedern Bettina Pepek und Reinhard Bösenkopf im Rahmen eines Pressegesprächs ihre Forderungen und Maßnahmen für das kommende Wirtschaftsjahr präsentierte.

Fünf-Punkte Programm

Unter den selbstgesteckten Zielen: „Eine Entbürokratisierung vor allem für EPU und KMU sowie die Umsetzung eines Konjunkturpakets zur Ankurbelung der Werbewirtschaft”, so Kraft-Kinz.Insgesamt umfasst ihr Programm für die Kommenden fünf Jahre im wesentlichen fünf Punkte:

1.?Rechtssicherheit bei Wer- und Dienstverträgen; 2.?Die Forderung nach einer Förderung für Vermarktungsausgaben für EPU und KMU; 3.?Weitere Unterstützung der Branche beim Thema „Digitalisierung”; 4.?Forderung nach Abschaffung der Werbeabgabe und 5.?soll das Thema Bildung mehr in den Fokus rücken; etwa mit der Schaffung eines Bildungspasses für EPU und KMU.

EPU im Fokus der Arbeit

Vor allem das Thema Förderung von Vermarktungsausgaben sei ein besonders wichtiges in der kommenden Zeit, so Kraft-Kinz. Die Idee dahinter: Nach dem Vorbild des Förderantrags für Forschung und Entwicklung beantragt man als Unternehmen mit einem strukturierten Vermarktungsplan eine Förderung der entsprechenden Vermarktung. Gefragt nach der Höhe bzw. dem Gesamtvolumen, die die Bundesregierung für diese Förderung bereitstellen soll, hielt sich Kraft-Kinz bedeckt. Noch gäbe es hier keine konkreten Zahlen; jetzt gehe es darum, mit den politisch Verantwortlichen in den Dialog zu treten.Sehr wohl konkrete Zahlen gibt es bei der Werbeabgabe. Hier sammelt der Staat 100 Mio. Euro ein, allein davon 47 Mio. in Wien. Und hier hat Kraft-Kinz nun den Wiener Bürgermeister im Visier: Dieser soll zumindest für Wien die Werbeabgabe abschaffen, so die Fachgruppenobfrau.„Unternehmen denken in Budgets; das bedeutet, dass sie die frei werdenden Mittel in der Werbung und der Kommunikation belassen. Das bringt eine Stimulierung der Wirtschaft”, führt Kraft-Kinz weiter aus. Auch habe der Finanzminister versprochen, die Werbeabgabe auf Bundesebene abzuschaffen, allein noch keinen Zeitpunkt genannt, so Kraft-Kinz über das Branchen-Dauerthema.Insgesamt hat die Fachgruppenführung insbesondere die EPU im Fokus. Für sie ist unter anderem ein Bildungsscheck geplant: „Gerade Einzelunternehmer möchten wir gezielt fördern. Zusätzlich zum ‚Bildungscheck' möchten wir für diesen Personenkreis ein eigenes Paket mit konkreten Maßnahmen schnüren”, so Fachgruppen-Ausschussmitglied und Geschäftsführerin von pepek kommunikationsraum, Bettina Pepek, die vor Kurzem zur EPU-Sprecherin der Fachgruppe Werbung ernannt wurde.

Neue Info-Anlaufstelle

Neben vermehrten Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten durch Veranstaltungen sollen die EPU auch durch diverse Services, wie dem Steuerservice unterstützt werden. Pepek dazu weiter: „Wir planen außerdem eine Anlaufstelle bei Förderungsansuchen und eine zur Unterstützung bei öffentlichen Ausschreibungen, da Chancengleichheit gegenüber großen Unternehmen für uns im Fokus steht.”Ein weiteres wichtiges Thema neben den EPU ist die schon erwähnte Problematik um Werk- und Dienstverträge. Etwas, was gerade in der Werbebranche viele Unternehmen trifft.

Aus- & Weiterbildung

Reinhard Bösenkopf, Fachgruppen-Ausschussmitglied und Geschäftsführer von Cayenne Marketingagentur, ebenfalls bei der Präsentation anwesend, fordert daher, Rechtssicherheit bei Werk- und Dienstverträgen zu schaffen: „Ein Mantel der Rechtsunsicherheit hemmt die Wiener Kommunikatoren. Wir wollen unternehmerisches Risiko vermeiden, endlich Sicherheit schaffen und werden daher einen Kriterienkatalog erstellen. Es geht uns definitiv nicht um eine Umgehung der relevanten Sozialabgaben, so wie uns das seitens der Gewerkschaft vorgeworfen wurde”, so Bösenkopf.Und der Agenturchef weiter: „Gut ausgebildete Nachwuchstalente sind eine wichtige Investition in die Branchenzukunft. Daher erheben wir aktuell in einer Studie die Ausbildungssituation und ziehen einen Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Denn letztendlich müssen fachspezifische Ausbildungen, wie der Lehrberuf, aber auch FH-Lehrgänge, auf die Anforderungen der Wirtschaftswelt abgestimmt sein. Gute Aus- und Weiterbildung gilt aber auch für die ‚alten Hasen' in der Werbung, bei denen es gerade in unserer rasch verändernden Kommunikationsbranche teilweise erhebliche Wissenslücken gibt”, so Bösenkopf in Hinblick auf die Zukunft der Werbebranche und er meint damit auch etwa Skills im immer stärker wachsenden digitalen Bereich.www.werbungwien.at

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