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Sorgenkind wird Umsatzbringer
14.01.2015

Sorgenkind wird Umsatzbringer

Media-Saturn Im Weihnachtsgeschäft verbuchte Metro zwar ein Umsatzminus, doch das einstige Sorgenkind Media-Saturn legte dafür zu

Trotz schwachem Rubel eröffnete Metro von Oktober bis Dezember zwölf neue Märkte in Russland.

Düsseldorf. Sein einstiges Sorgenkind Media-Saturn bereitet dem Handelsriesen Metro derzeit weniger Probleme – im Gegenteil. Die Zuwächse im Weihnachtsgeschäft lassen aufatmen. Denn Europas größte Elektronikhandelskette konnte von Oktober bis Dezember den Umsatz um gut vier Prozent auf 6,9 Mrd. € steigern. Das Weihnachtsgeschäft sei durchaus „positiv” verlaufen, lobt deshalb auch Metro-Chef Olaf Koch.

Die neue Online-Offensive

Einen Umsatzrückgang verbuchte der Konzern zwar insgesamt. Doch dieser resultierte auch vor allem aus dem Verkauf von Unternehmensteilen und dem schwachen russischen Rubel. Das Minus fiel geringer aus, als vom Markt erwartet. „Media-Saturn erreichte eine sehr gute Umsatzentwicklung”, bescheinigte Metro. Doch die Konkurrenz durch Online-Händler wie Amazon setzte der Kette in der Vergangenheit zu. Und auch der erbitterte Machtkampf zwischen Metro und dem Minderheitseigner Erich Kellerhals belastete Media-Saturn immer wieder, denn auch bei der Entwicklung der „richtigen” Online-Strategie war es immer wieder zu Streitigkeiten gekommen. Die mithilfe des Internets erzielten Umsätze seien im ersten Quartal um über 25% gestiegen, teilte Metro mit. Koch hatte zuletzt angedeutet, die Kette könnte im laufenden Geschäftsjahr erstmals mehr als zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes auf dem Wege des Online-Geschäfts einfahren – das wären mehr als 2 Mrd. €. Von den 20,9 Mrd. € Umsatz, die im Geschäftsjahr 2013/14 erzielt wurden, hat die Handelskette 1,4 Mrd. € über das Internet generiert.

Schleppendes Textil-Geschäft

Sorgen bereitet Koch der Währungsverfall in einigen osteuropäischen Ländern, vor allem in Russland, wo Metro von Oktober bis Dezember zwölf neue Märkte eröffnete – sieben davon gehören zur Sparte Cash&Carry. Insgesamt verbuchte der Metro-Konzern im ersten Quartal 2014/15 einen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent auf 18,3 Mrd. €. Neben Media-Saturn gehören sowohl die Real-Supermärkte als auch die Kaufhof-Warenhäuser zum Metro-Konzern. Das Wetter hatte dem Konzern im Weihnachtsgeschäft zunächst schleppende Geschäfte am deutschen Heimatmarkt beschert, vor allem die Textilien betreffend. Bei Kaufhof sorgte das flaue Textilgeschäft für ein leichtes Minus. Insgesamt kam Kaufhof aber besser weg als der Konkurrent Karstadt – dieser hatte im November und Dezember einen Umsatzschwund von rd. sechs Prozent verzeichnet. (dp)

Die Entwicklungen bei Media-Saturn nennt Metro-Chef Olaf Koch „positiv”.

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