health economy
Spitalsstreit wächst
Ina Schriebl 20.03.2015

Spitalsstreit wächst

Arbeitszeit Nach den Krankenhausärzten macht nun auch das Pflegepersonal Druck

Auch Pflegekäfte fordern nun bis zu 30% mehr Gehalt in den Kliniken.

Wien/Innsbruck. Der aktuelle Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter bei den Spitalsärzten geht in die nächste Runde. Wie berichtet, führt die späte Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie in den Krankenhäusern zu einer Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit von 72 auf 48 Stunden und damit zu Gehaltseinbußen durch den Wegfall von Nachtdiensten und Überstunden. Während vor allem in Wien die Ärzte noch protestieren, regt sich nun auch Widerstand beim Pflegepersonal: Nach den Ärzten fordern in den Spitälern nun auch die Pflegekräfte mehr Geld.

Eskalation droht

Mit dem mit 1. Jänner 2015 in Kraft getretenen Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz wird nicht nur die Arbeitszeit der Mediziner, sondern auch jene der Pflegemitarbeiter und medizinisch-technischen Assistenten reduziert. In einigen Ländern fordern deshalb jetzt auch die Pflegekräfte einen Ausgleich für den Verdienstentgang.In Salzburg droht dieser Streit bereits zu eskalieren. Die Pflegemitarbeiter, Radiologietechnologen und medizinisch-technischen Assis­tenten fordern eine Erhöhung der Grundgehälter wie bei den Ärzten um rund 30%. Kommt es zu keiner Lösung, droht ab 1. April Dienst nach Vorschrift. Spitals-Landesrat Christian Stöckl (ÖVP) will aber hart bleiben und den Forderungen keinesfalls nachkommen. Eine rund 20%ige Lohnerhöhung fordert das nicht-medizinische Personal in den Tiroler Spitälern. Die Personalvertreter sammeln dafür bis Ende März in den Spitälern bei den Mitarbeitern Unterschriften.In Oberösterreich starten die Verhandlungen mit den Pflegekräften über höhere Gehälter im Zuge des neuen Arbeitszeitgesetzes am 24. März. Bis Juli will man fertig sein. Es geht um knapp 24.000 Beschäftigte und ein Gehaltsvolumen in der Größenordnung von 900 Mio. €. Ein gänzlich neues Gehaltsschema soll für das Pflegepersonal in Kärnten ausgearbeitet werden. Die Eckpfeiler sollen bis Herbst stehen. In Kärnten hat das allerdings weniger mit Arbeitszeitproblemen zu tun als vielmehr mit den zusätzlichen Aufgaben, die die Pflegekräfte in den letzten Jahren übernommen haben.

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