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Straßenzeitung feiert Geburtstag
michael bär 17.03.2015

Straßenzeitung feiert Geburtstag

Jubiläum Vor beinahe schon 20 Jahren, im Oktober 1995, ist die Wiener Stadtzeitung Augustin als ein mediales Nischenprojekt gegründet worden

Als Festveranstaltung führt das 11% K.Theater am 21. März im Werkl im Goethehof Peter Turrinis Stück „Sauschlachten” auf.

Wien. Im Oktober 1995 erschien die erste Nummer des Augustin – 24 Seiten dünn, einmal im Monat, in einer Auflage von 6.000 Stück, vertrieben von sechs Wiener Obdachlosen-Originalen.

Heute erscheint das Blatt alle 14 Tage, hat einen Umfang von 48 Seiten und eine Auflage von 25.000 Exemplaren, die von mehr als 500 Verkäufern kolportiert wird.Mittlerweile gibt es auch einen privat finanzierten Einstieg in die Medien Radio und Fernsehen.Als Sozialprojekt wirkt der Augustin als Bündel von Lösungsansätzen dafür, wie innerhalb der Zivilgesellschaft die Mittel zum guten Leben und zum Überleben zugunsten der Ärmsten umverteilt werden können.Die Augustin-Sozialarbeit lehnt alle Formen von „Verfolgungsbetreuung” ab und fördert die Selbstständigkeit der Betroffenen, akzeptiert ihr Dasein, vermeidet jeden Leistungsdruck, handelt gegen Spaltungsversuche („brave Augustin-Verkäufer” versus „böse Bettler”, etc.).Zum heurigen Jubiläum gibt es diverse Festveranstaltungen – z.B. ein engagiertes Theaterprojekt.

Ohne Angst anders sein

Er sei zutiefst berührt und fühle sich beschenkt; die Laiendarsteller des Augustin hätten sein Stück verstanden, jeder professionelle Regisseur könne sich etwas abschneiden von ihrer Arbeit: Diese Hommage an das ‚11% K.Theater' kam vom Schriftsteller Peter Turrini, der der Premiere seines Stücks „Sauschlachten” beiwohnte. Das 11% K.Theater hatte sich zum Jubiläum des Augustin für dieses frühe Drama des österreichischen Autors entschieden, weil ihnen dessen Aktualität bewusst wurde.Sie verstehen die Geschichte vom Verstoß eines Außenseiters aus einer bäuerlichen Großfamilie, die für die hochleistungsradikale Gesellschaft steht, als Schrei nach einer anderen Gesellschaft, in der man ohne Angst anders sein kann.www.augustin.or.at

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