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Substanzsteuern kosten viele Arbeitsplätze
20.02.2015

Substanzsteuern kosten viele Arbeitsplätze

Hotellerie Prodinger Steuerberatung legt ein Strukturpapier für die Reform des Steuer- und Abgabensystems vor

Zell am See. Substanzsteuern vernichten Arbeitsplätze, wie das Beispiel von Hotels sehr gut zeigt: Das Betriebsvermögen steckt in der Immobilie, der guten Lage, der Infrastruktur.

Weniger Investitionen

„Aber davon kann man sich nichts kaufen und auch nicht ein paar Prozente abheben, um irgendeine fantastische Vermögensteuer zu begleichen. Das funktioniert nicht”, so Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).Das Geld für die Umverteilung müsse anderswo abgezwackt werden – und viel Spielraum gibt es da nicht. Die Konsequenzen wären klar: Einsparungen bei Investitionen oder im Service vernichten Arbeitsplätze.Im Hinblick auf die kommende Steuerreform und das Zusammentreffen von schwachem Wirtschaftswachstum in den touristischen Hauptmärkten, der höchsten Verschuldung und einem Zinsniveau, das ein Allzeittief erreicht hat, hat die Prodinger Steuerberatung nun die Initiative ergriffen und die Erfahrung von 500 Hotelbetrieben in steuertechnische Vorschläge umgemünzt.

Ein Höchststeuerland

„Die immer wiederkehrende Forderung der Arbeiterkammer und des ÖGB, Unternehmer stärker zu besteuern, ist ebenso entbehrlich wie gefährlich: Österreich ist bereits ein Höchststeuerland”, so Stefan Rohrmoser von Prodinger. „Vermögenssteuern kosten Arbeitsplätze, ziehen Kapital aus Unternehmen ab und schwächen die Eigenkapitalstruktur. Durch die Besteuerung bestehender Substanz wird die Investitionsfreude gehemmt und dadurch Wachstum im Tourismus unterbunden”, warnt Finanzberater Manfred Schekulin.Die Hotellerie leidet im internationalen Vergleich an den höchs-ten Arbeitskosten (über 35% vom Betriebsumsatz).Vorrangiges Ziel sollte es sein, die vorhanden Spielräume zur Senkung der Lohnkosten zu nutzen. Für kurzfristige Aushilfen sollte mit einer pauschalierten Abgabe auf die Entgeltansprüche die Flexibilität erhöht werden. In einer globalisierten Welt müssen Hotelbetriebe die Möglichkeit haben, auf schwankende Buchungssituationen flexibel und unbürokratisch reagieren zu können.

Stille Reserven nützen

Investitionsfreibeträge, Inves-titionsprämie und verkürzte Abschreibungsdauern könnten Impulsgeber sein. Halbsatzbegüns-tigungen und die Steuerfreiheit der stillen Reserven sollten bei allen Betriebsaufgaben gelten. Die Pflichtanteilsfristen sollten so verlängert werden, dass der Pflichtteil bei einer Erbschaft erst im Laufe von zehn Jahren ausbezahlt wird.www.prodinger.at

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