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Täglich grüßt das Murmeltier …
Moritz KOlar 23.01.2015

Täglich grüßt das Murmeltier …

China Im Reich der Mitte hielt das Wachstum am Neuwagenmarkt auch 2014 an – das Plus lag bei 6,9 Prozent; 23,49 Mio. Autos wurden verkauft

In den kommenden Jahren rechnen die Hersteller mit weiteren Zuwächsen.

Peking. Und er wächst und wächst und wächst. Wie schon in den vergangenen Jahren konnte der chinesische Automarkt auch 2014 wieder deutlich zulegen: Gegenüber 2013 liegt das Plus laut dem Branchenverband CAAM bei 6,9 Prozent, insgesamt gingen im vergangenen Jahr im Reich der Mitte 23,49 Millionen Neuwagen über die Ladentische. Damit habe sich der Markt CAAM zufolge in einem „komplexen internationalen Umfeld” und „angesichts der schwierigen Aufgabe, in China Reformen mit stabilem Wirtschaftswachstum zu kombinieren”, durchaus gut geschlagen, auch wenn das Plus 2013 noch bei 13,9 Prozent gelegen hatte. Von einer langfristigen Nachfrageberuhigung gehen die meisten Hersteller aber nicht aus.

Markt wird weiter zulegen

Im Gegenteil, Daimler-Chef Dieter Zetsche rechnet etwa mit einem weiterhin rasanten Wachstum in dem südostasiatischen Land: „Ich sehe keine drastische Verlangsamung des Wachstums, sondern eine ziemlich stabile wirtschaftliche Entwicklung”, sagte Zetsche im Rahmen der Autoshow in Detroit der Nachrichtenagentur Reuters. Im vergangenen Jahr konnte Mercedes in China um 29 Prozent zulegen, bei Audi und BMW lag das Plus bei jeweils knapp 18 Prozent.Auch bei anderen internationalen Herstellern ist der Markt heiß begehrt: Die beiden Rivalen Volkswagen und General Motors machen dort mittlerweile rund ein Drittel ihres globalen Geschäfts (VW: plus 12,4 Prozent im Vorjahr auf 3,67 Millionen verkaufte Autos in China, GM: plus 12 Prozent auf 3,54 Millionen Fahrzeuge), Ford vermeldete für 2014 in China ein Wachstum von 19 Prozent auf 1,11 Millionen Wagen, und Toyota konnte um 12,5 Prozent auf 1,03 Millionen Fahrzeuge zulegen.

Fahrzeugpreise sehr hoch

Während bei VW, General Motors und Co. die Erwartungshaltung weiterhin groß ist, rechnet Toyota mit zukünftig geringerem Wachstum und hat sein Absatzziel für das laufende Jahr mit 1,11 Millionen Fahrzeugen verhalten optimistisch angesetzt. Dies sei laut Toyota einerseits dem generell schwächeren Wachstum des Marktes geschuldet, aber auch der Tatsache, dass japanische Produkte wegen der Spannungen der beiden Länder von chinesischen Konsumenten zunehmend gemieden werden. Der Markt ist neben den hohen Wachstumsraten für die Hersteller aber auch aus einem weiteren Grund interessant: Experten zufolge sind die Fahrzeugpreise in China – auch nach Abzug von Importzöllen und anderen Abgaben – meist viel höher als etwa in den USA oder in Europa und so bleiben bei den Herstellern deutlich höhere Margen hängen. Nicht unbedingt zur Freude der chinesischen Regierung, die zuletzt mit Strafzahlungen vor allem gegen hohe Ersatzteilkosten vorgegangen ist.

Parallelimporte erlaubt

Mit einer kürzlich beschlossenen Initiative hofft China, nun auch die Neuwagenpreise langfristig senken zu können: Autohändlern in der Freihandelszone Shanghai ist es seit wenigen Tagen erlaubt, auch ohne Einverständnis der jeweiligen Hersteller Fahrzeuge zu importieren. Diese sogenannten Parallelimporte, die anschließend landesweit verkauft werden dürfen, sollen mittel- bis langfristig den Druck auf die Preise erhöhen. Für die Hersteller kommt die neue Regelung nicht überraschend, mit gravierenden Auswirkungen auf ihr Geschäft rechnen sie dadurch aber nicht. www.caam.org.cnwww.daimler.comwww.toyota.com

Auch im vergangenen Jahr konnte der chinesische Neuwagenmarkt wieder zulegen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht in China weiterhin „stabiles Wachstum”.

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