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Überwachungskamera mit Platz für mehr Features
CHRIS HADERER 13.03.2015

Überwachungskamera mit Platz für mehr Features

Test Mit der „Withings Home” zeigt der Hersteller eine stilvoll designte HD-Kamera zur Beobachtung von Wohnräumen

Die gute Qualität des Systems wird ein wenig von einer etwas sperrigen Bedienungs-App ausgebremst.

Wien. Glaubt man Veranstaltungen wie der CeBit oder der IFA, dann sollen Smart-Homes bzw. die digi-tale Automatisierung des Haushalts heuer ganz oben auf der Themenliste stehen. Ein Teilbereich ist die Überwachung des Eigenheims mittels WLAN-fähigen Kameras, die ihre Bilder direkt an eine zugehörige App am Smartphone liefern. In diese Richtung geht auch der Hersteller Withings mit seinem „Withings Home”-System (199,95 €). Dabei handelt es sich um eine recht stilvoll gestaltete HD-Kamera, die über einige Zusatzfunktionen verfügt: Sie reagiert auf Ton und kann auch als Lautsprecher für ins Handy gesprochene Nachrichten dienen, hat einen Nachtsichtmodus, zeichnet Video-sequenzen in die Cloud auf und verfügt als Draufgabe über einen Sensor, der auch die Luftqualität in der Wohnung festhält. Diese Features machen „Home” zu einem etwas zwiespältigen Tool: Auf der einen Seite kann man mit der Kamera zwar seine Wohnung auf Einbrüche überwachen – sie ist aber kein richtiges Alarmsystem. Auf der anderen Seite kann man sie in der Art eines Baby-Monitors benützen, um den Nachwuchs zu kontrollieren. Ob man sich aber ständig im Fokus einer Weitwinkelkamera befinden will, die permanent aufzeichnet, muss jeder Anwender für sich entscheiden – einen Aus-Knopf hat Home nicht. Man muss die Kamera vom Netz nehmen, um sie stillzulegen.

Vernetzt mit der Cloud

Im Gegensatz zu anderen Withings-Produkten arbeitet Home im Moment nur mit iOS von Apple ab Version 7 zusammen. Ein Web-interface zur Steuerung gibt es nicht, alle Aktionen erfordern also ein dementsprechendes iPhone oder iPad. Die Installation des Geräts erfolgt recht komfortabel und unaufgeregt, wobei ein WLAN-Netz vorhanden sein sollte (die Kamera kann auch per Ethernet-Kabel ins Netz integriert werden, was aber die Aufstellung komplizierter macht). Nachdem die Kamera mit Strom versorgt wurde, muss nur die Home-App am Gerät gestartet werden. Die Erstinstallation erfolgt durchgehend durch einen Assis-tenten, sodass der Anwender nur die Kamera am Display auswählen muss – alle weiteren Informationen über das Netzwerk werden von der App automatisch übermittelt. Ab dann zeichnet die Kamera auf – mit hervorragender Qualität in HD. Im Bedarfsfall kann auch ein Nachtsichtmodus aktiviert werden, der schwarz-weiße Bilder aufzeichnet. Die Videos werden vom System automatisch zu einer Art Tagebuch zusammengefasst, wobei die Kamera bei einer Bewegung (oder einem Ton oder einer drastischen Veränderung der Luftqualität) wunschweise automatisch mit der Aufzeichnung beginnt.

Ausbaufähig

Im Zusammenspiel mit dem schönen Design des Geräts wäre Home also eine recht feine Sache – wäre der Gedanke zu Ende gedacht worden. Leider wirkt die zur Bedienung notwendige App noch etwas sperrig, sodass manche Funktionen eher entdeckt als benutzt werden. Hier muss der Hersteller dringend noch ein wenig nachbessern. www.withings.com

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