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Ungeschliffener Diamant in der Mittelklasse
13.02.2015

Ungeschliffener Diamant in der Mittelklasse

Infiniti Q70 Nissans Nobelabteilung frischt den Q70 auf und nimmt die obere Mittelklasse noch stärker ins Visier

Wien. Wer Infiniti fährt, befindet sich in einem elitären Kreis, 2014 wurden hierzulande bloß 32 Modelle der japanischen Luxusmarke verkauft. Da wirkt Ferrari mit 46 Stück fast wie ein Massenprodukt. Vielleicht liegt es am gesättigten Markt, vielleicht an der Scheu vor Neuem. Denn unkonventionell sind die Modelle von Nissans Nobelabteilung allemal: Kaum jemand baut so konsequent aggressiv puncto Design wie Infiniti. Die Frontpartie wird dominiert von tief runtergezogenen Lichtern und dem trapezförmigen Kühlergrill, seit dem Facelift noch kantiger gezeichnet. Das Heck wurde ebenfalls leicht umgestaltet, wieder sind es die Lichter, die schärfer geschnitten wurden. Die coupéhafte Linie wurde beibehalten, das kommt zwar dem Erscheinungsbild zugute, schränkt jedoch die Sicht nach hinten ein. Bisher war die Motorenpalette recht überschaubar: 306 PS in der Hybridvariante und 320 PS im reinen V6-Benziner waren bisher das höchste der Gefühle. Und wahrscheinlich waren es die beiden einzigen Antriebe, die den Siegeszug des Q70 im oberen Mittelklasse-Segment bremsten. Das hat mit dem neuen 2,2 Liter Diesel ein Ende. Der Vierzylinder, wie die beiden Benziner an ein Siebengang-Automatikgetriebe gekoppelt, verfügt über 170 PS und 400 Nm und schafft einen Werksverbrauch von 4,9 Liter auf 100 Kilometer. In der Realität kann man trotz serienmäßigem Start-Stopp-System gern 2 bis 3 Liter hinzurechnen. An die Beschleunigungen der beiden V6 (Hybrid in 5,3 und V6 in 6,2 Sekunden) kommt der Diesel nicht ran, die 8,9 Sekunden auf 100 reichen jedoch vollkommen aus. Die Fahrdynamik ist dank des Heckantriebs und trotz des relativ hohen Gewichts von über 1,8 Tonnen bei allen gegeben. Der neue Motor macht den Q70 endlich stimmig. Der drehmomentstarke Selbstzünder liefert genügend Kraft auch bei niedrigen Drehzahlen. Dank des geringen Verbrauchs wird der Infiniti zu einem echt Langstreckenfahrzeug.

Viel Raum und gute Mitgift

Während der ausgedehnten Fahrt finden bis zu fünf Passagiere viel Platz – der Fond brilliert durch eine große Knie- und Kopffreiheit, die auch Großgewachsene zu schätzen wissen. Der Q70 startet bei 46.289 Euro. Was anfangs nach viel klingt, relativiert sich beim Blick auf die Serienausstattung: sechs Airbags, Berganfahrhilfe, LED-Scheinwerfer, schlüsselloser Zugang, elektrisch verstellbare Vordersitze oder 18-Zoll-Leichtmetallräder sind bereits in der Basis enthalten. Optional lässt der Q70 keine Wünsche offen. Natürlich findet sich Lederinterieur in der Mehrausstattungsliste, auch eine Bose-Soundanlage mit wuchtigen zehn Lautsprechern wird auf Wunsch verbaut. Jetzt ist das Q70-Paket stimmig und es würde nicht überraschen, wenn sich die Verkaufszahlen heuer nach oben schrauben. www.infiniti.at

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