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Völlig neue Generation von Outdoor-Displays
alice hefner 10.03.2015

Völlig neue Generation von Outdoor-Displays

TU Wien Eine österreichische Erfindung erzeugt 3D-Effekte ohne 3D-Brillen und hebt Außenwerbung auf neues Level

Bis Mitte 2015 ist mit dem nächsten Prototypen zu rechnen, 2016 ist eine Markteinführung geplant.

Wien. „Uns freut es sehr, dass sich das Projekt so rasend schnell entwickelt hat”, sagt Ulrich Schmid. Von den ersten Entwürfen bis zum Prototyp sind bloß drei Jahre vergangen – die Technologie wurde bereits patentiert und in mehreren wissenschaftlichen Publikationen vorgestellt.

Gemeinschaftliches Mitfiebern vor dem Riesenbildschirm in der Fan-Zone gehört zu großen Sportveranstaltungen heute dazu. In Zukunft kann man das dank einer neuen Erfindung aus Österreich sogar in 3D genießen.

Ein neuartiges Display

Ein ausgeklügeltes Laser-System sendet unterschiedliche Lichtstrahlen in verschiedene Richtungen. Aus verschiedenen Winkeln betrachtet, sind daher auf dem Bildschirm unterschiedliche Bilder sichtbar.Die Winkelauflösung ist so fein, dass man dem rechten Auge bereits ein anderes Bild präsentieren kann als dem linken – so lässt sich ein 3D-Effekt erzielen.Das junge Start-up-Unternehmen TriLite Technologies hatte im Jahr 2011 die Idee, ein neuartiges Display zu entwickeln, das die passenden Lichtstrahlen direkt zum jeweils passenden Auge schickt.Um die hochgradig interdisziplinäre Technologie umzusetzen, wurden Forschungs- und Entwicklungskooperationen mit gleich drei Instituten der TU Wien eingegangen (Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme, Institute of Telecommunications und Institut für Computertechnik).Gemeinsam entwickelte man den ersten Prototypen – er hat zwar vorerst bloß eine bescheidene Auflösung von fünf mal drei Pixeln, doch er beweist, dass das System funktioniert.

Hohe Auflösung ist möglich

„Derzeit stellen wir einen Proto-typen her, der Farbbilder mit besserer Auflösung zeigen wird. Entscheidend ist, dass die einzelnen Laser-Pixel funktionieren. Das Hochskalieren auf ein Display mit vielen Pixeln ist dann kein Problem mehr”, sagt Jörg Reitterer von TriLite Technologies und Doktorand von Prof. Ulrich Schmid (Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme).Jedes 3D-Pixel (auch „Trixel” genannt) besteht aus Lasern und einem beweglichen Spiegel.„Der Spiegel lenkt die Laserstrahlen immer wieder über das gesamte Sichtfeld, von ganz links bis ganz rechts. Währenddessen wird die Laser-Intensität laufend verändert, sodass unterschiedliche Laserblitze in verschiedene Richtungen geschickt werden”, erklärt Schmid.Um den 3D-Effekt zu erleben, muss man sich in einem passenden Abstandsbereich zum Bildschirm befinden. Ist man zu weit entfernt, bekommen beide Augen dasselbe Bild präsentiert – und man sieht bloß einen gewöhnlichen 2D-Film.Der Abstandsbereich kann je nach Bedarf eingestellt werden.3D-Filme im Kino kommen mit zwei verschiedenen Bildern aus – für jedes Auge eines. Das nun entwickelte Display kann Hunderte verschiedene Bilder abstrahlen. Man kann daher am Display vorbeispazieren und ein gezeigtes Objekt von unterschiedlichen Seiten wie einen realen Gegenstand ansehen; dafür ist ein eigenes Videoformat nötig, das vom Forschungsteam bereits entwickelt wurde.

Eigene 3D-Formate kommen

„Man kann die heutigen 3D-Kinofilme in unser 3D-Format umrechnen, aber wir erwarten, dass Bildmaterial für unsere Displays speziell hergestellt wird – vielleicht auch mit einer deutlich größeren Zahl an Kameras”, so Franz Fidler, CTO von TriLite Technologies.www.tuwien.ac.at

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