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„Wenn wir scheitern, ist es allein meine Schuld”
Dinko Fejzuli 27.02.2015

„Wenn wir scheitern, ist es allein meine Schuld”

Erlösquellen Wachstum sei möglich, aber dazu brauche es kreative Ideen rund um die Printprodukte

Horst Pirker gewährte beim IAA Lunch Einblicke in die Umbauarbeiten in der Verlagsgruppe News.

Wien. Strategie, Struktur, Personen: Das war und ist die Leitlinie von Horst Pirker, Chef der Verlagsgruppe News, wenn es darum geht, den Magazin-Dampfer wieder flottzumachen.

Nach der rückläufigen Auflagenentwicklung der vergangenen Jahre und dem negativen Ergebnis im Vorjahr soll es nun wieder aufwärts gehen. Zeit will sich Pirker bis 2016 geben, dann soll die Verlagsgruppe News wieder „über Wasser” sein. Und wenn er scheitert, sei ganz allein er dafür verantwortlich, weil er dann offensichtlich die falschen Entscheidungen getroffen hätte. Und das sage er ohne Koketterie, so Pirker beim vergangenen IAA Lunch, bei dem er zum Thema „Running up the down escalator” referierte.

Ratlosigkeit in der Branche

Insgesamt, so Pirker mit Blick auf die gesamte Printbranche, hätte man die nahenden Verwerfungen und die dann dort eintretende Ratlosigkeit schon früher sehen können; ein Blick auf das, was in der Musikindustrie durch die Digitalisierung und die darauffolgende Ratlosigkeit dort ausgelöst wurde, hätte genügt.Und aus diesem Fehler der „Printler” könnten nun die TV-Macher lernen, denn dort sei der nächste Umbruch fällig.Für die eigene Magazingruppe hätte es vier Handlungsoptionen gegeben: Erstens „Alles wird gut”, quasi das Hoffen auf bessere Zeiten. Zweitens „Abernten”, was das Aus für Titel wie News oder Format bedeutet hätte. Drittens „Schnell Geld machen”, was ein „Aufhübschen” der Braut und deren anschließenden Verkauf bedeutet hätte, oder viertens, und dafür habe man sich entschieden, sei es die Strategie „Nachhaltig Werte schaffen” gewesen, so Pirker.

Eine „Herkulesaufgabe”

Dass dies eine „Herkulesaufgabe” sei, sei ihm schon klar, so der VGN-Chef. Und um diese zu stemmen, werde man sich künftig rund um die verschiedenen Magazinmarken verstärkt auf sogenannte Communities fokussieren, wobei jeweils eine Marke für eine dieser Communities stehe; weiters will man „Eco-Systeme” rund um die einzelnen Marken bilden und an der Digitalstrategie arbeiten.Als leuchtendes Beispiel erfolgreicher „Eco-Systeme” nennt Pirker übrigens Apple.„Wir kämpfen um jede einzelne Medienmarke und um jeden einzelnen Titel entlang der Entwicklungspfade.”Dass die strikte Befolgung dieser Entwicklungspfade auch zu einer Bereinigung bei den Marken führen kann, zeigt aktuell das Beispiel von Format; hier bestätigte Pirker, dass dieses künftig auch unter dem Titel trend firmieren werde.Etwas diffiziler ist die Arbeit am Flaggschiff der Magazingruppe, dem News. Hier ist vor allem der Umbau in der redaktionellen (Führungs)Mannschaft wahrnehmbar, etwa mit der neuen Chefredakteurin Eva Weissenberger.Hier gelte es vor allem, wieder Glaubwürdigkeit bei den Leserinnen und Lesern zurückzugewinnen. Daneben würde allein die Umstellung der Erscheinung von Donnerstag auf Samstag sicherlich einen weiteren Beitrag leisten, um dem Magazin zu stärkerer Geltung zu verhelfen.

Neue „Vertriebsautorität”

Pirker nennt das eine Veränderung der „Vertriebsautorität” um mindestens eine Zehnerpotenz. Warum? Weil das Produkt hier am Samstag eine völlig andere Bühne habe, als am Donnerstag. Allein dadurch sei mehr Auf-merksamkeit garantiert.

www.vgn.at

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