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Werbemarkt erstmals über vier Milliarden € schwer
30.01.2015

Werbemarkt erstmals über vier Milliarden € schwer

Focus-Werbebilanz Medienübergreifendes Wachstum von 3,3% im Vorjahr bei den Bruttowerbespendings

Fernsehwerbung als großer Gewinner; Top-Werber waren die Rewe Group, Spar und XXXLutz.

Wien. Das Werbeaufkommen in Österreich hat 2014 erstmals die Schallmauer von vier Milliarden Euro durchbrochen. Das Werbewachstum betrug 3,3%. Großer Gewinner war im Vorjahr die Fernsehwerbung, die zulasten von Print deutlich zulegen konnte, wie Klaus Fessel und Ronald Luisser vom Marktforschungsinstitut Focus diese Woche berichteten.

„2014 war ein sehr bewegtes Jahr. Wir hatten eine Kalt-Warm-Situation, die erfreulicherweise doch noch in einer positiven Bilanz resultierte”, erklärte Focus-Geschäftsführer Fessel. Während es in den Anfangsmonaten 2014 Werberückgänge gab, zogen die Werbeaktivitäten im Laufe des Frühjahrs und dann vor allem im Herbst massiv an.Fernsehwerbung war der große Gewinner 2014, TV konnte seine Bruttowerbewerte und -einnahmen um knapp elf Prozent steigern. Die Privatsender legten dabei mit 14% Wachstum am stärksten zu, aber auch der ORF erzielte laut Focus ein Plus von vier Prozent. Print musste indes als großer Verlierer Rückgänge hinnehmen und erzielte ein Minus von 2,8%, Illustrierte und Magazine traf es dabei mit minus 8,1% am stärksten, für die Tageszeitungen errechnete Focus minus 2,9%. Regionale Wochenzeitungen waren das einzige Segment im Printbereich, das gegenüber 2013 zulegen konnte.

Printland Österreich

Insgesamt ist und bleibt Österreich in Sachen Werbung aber ein Printland, berichteten die Focus-Marktforscher. 42,9% des Werbekuchens entfielen 2014 auf Print, allein die Tageszeitungen kamen auf 24,4%. Das Fernsehen erzielte 23,3%. Online holte 5,6% und lag damit vor dem Hörfunk mit 4,8% Anteil am Werbevolumen.Die Top-Werber waren 2014 der Rewe-Konzern mit einem Bruttowerbevolumen von 129 Millionen Euro, Spar mit 121 Millionen und XXXLutz mit 116 Millionen. Dahinter folgten Procter&Gamble, Ferrero, T-Mobile, A1 Telekom, Hofer und die Österreichischen Lotterien mit jeweils um die 50 Millionen Euro.

Prognose für 2015

Für das Jahr 2015 erwarten die Werbeforscher eine „leichte Abschwächung” der Werbekonjunktur und ein Plus von zwei Prozent. „Diese zwei Prozent sind meines Erachtens sehr realistisch und sehr stabil, ich rechne für 2015 mit keinen größeren Abweichungen von diesem Wert”, sagte Fessel. Die werbetreibende Wirtschaft geht für 2015 von einem Wachstum von 1,6% aus, Werbeagenturen schätzen die Situation mit einer Prognose von plus vier Prozent optimis-tischer ein.Der Trend zur Online-Werbung hält dabei weiter an, Focus rechnet mit zweistelligen Zuwachsraten. „Auch TV bleibt weiter auf der Erfolgsstraße, während die Printmedien an Bedeutung weiter verlieren werden”, erklärten die Marktforscher. Werbe- und Mediaagenturen würden die Werbeentwicklung bei Print sogar deutlich schlechter und kritischer einschätzen. Fessel: „Agenturen könnten dadurch einen gewissen Beschleunigungseffekt dieser Entwicklung bewirken. Ich glaube, dass Print hier unter seinem Wert geschlagen wird; Print hat im Grunde eine sehr hohe Werbewirksamkeit.” (APA/red)

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