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Wiener Wohnungsmarkt auf hohem Niveau stabil
27.02.2015

Wiener Wohnungsmarkt auf hohem Niveau stabil

Buwog/EHL Dritte Auflage des „Ersten Wiener Wohnungsmarktberichts”: „Sind inzwischen in ruhigem Fahrwasser”

Auch über 2014 hinaus leidet der Wohnungsmarkt trotz steigender Fertigung unter Angebotslücke.

Wien. „Nach der stürmischen Aufwärtsentwicklung der vergangenen Jahre ist der Wiener Wohnungsmarkt 2014 in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen. Die Wohnungsmieten und die Kaufpreise für Eigentumswohnungen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert und legten im Jahresvergleich nur mehr leicht zu”, erklärt Michael Ehlmaier, geschäftsführender Gesellschafter von EHL Immobilien.

Dieser leichte Anstieg erfolgt aber auf breiter Front, wie die aktuelle dritte Auflage des Ersten Wiener Wohnungsmarktberichts von Buwog und EHL Immobilien zeigt.

Unnötige Sorgen

„Die über fast alle Teilmärkte hinweg feststellbare, leichte Aufwärtsentwicklung zeigt, wie gesund der Wiener Wohnungsmarkt ist”, analysiert Sandra Bauernfeind, Leiterin der Abteilung Wohnen bei EHL Immobilien: „Mieter und Käufer müssen sich nicht vor explodierenden Wohnungspreisen fürchten, Entwickler und Inves-toren wiederum brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass die Preise zurückgehen könnten.”

Hochpreis-Segment leidet

Eine wirkliche Abschwächung sei nur im hochpreisigen Segment, also bei Kaufpreisen ab etwa 400.000 Euro oder Gesamtmieten von mehr als 1.800 Euro, festzustellen.Im mittleren und niedrigen Preissegment konstatiert Bauernfeind hingegen keine nachlassende Nachfrage und auch keinen Druck auf die Quadratmeterpreise. „Gespart” werde, indem immer mehr Wert auf effiziente Grundrisse und flexible Nutzungsmöglichkeiten gelegt wird”, bestätigt Bauernfeind.

„Mehr geförderter Bau”

Auf dem Wiener Wohnungsmarkt gibt es auch über 2014 hinaus eine erhebliche Angebotslücke. Trotz deutlich steigender Fertigstellungszahlen bei frei-finanzierten Wohnungen reicht die Wohnungsproduktion nicht, um die Nachfrage zu befriedigen. „Die Wohnungsproduktion wird mit den steigenden Haushaltszahlen nur dann mithalten können, wenn auch wieder mehr geförderte Wohnungen gebaut werden”, meint Buwog-CEO Daniel Riedl. „Die Marktsituation zwingt einfach zu Pragmatismus. In den klassischen innerstädtischen Lagen gibt es zu wenig freie Wohnungen bzw. diese sind vor allem für junge Familien kaum leistbar. Periphere Lagen werden gut akzeptiert, wenn sie verkehrstechnisch gut erschlossen sind, und auf den berühmten Stuck an der Decke verzichtet man gern, wenn eine moderne Wohnung wirkliche Vorteile im Hinblick auf Wohnqualität bietet.”

Zusätzliche Impulse nötig

Weitere Steigerungen beim freifinanzierten Wohnbau sind laut Riedl nur möglich, wenn die Stadt zusätzliche Impulse setze. „Es muss mehr Bauland gewidmet werden, es muss zu günstigeren Preisen angeboten werden, und die Bauverfahren müssen schneller abgewickelt werden. Dann können nicht nur mehr Wohnungen produziert werden, sondern es wird auch der Preisanstieg zumindest gedämpft.” Überlegungen, durch Abgaben auf nicht genutztes Bauland den Wohnbau anzukurbeln, steht Riedl grundsätzlich positiv gegenüber.„Bauland ist dazu da, dass darauf gebaut wird, und wir leben wie auch alle anderen Wohnungsunternehmen nicht von der Spekulation mit Grundstücken, sondern vom Bau von Wohnungen. Wenn die Politik dazu beiträgt, dass das auch mittel- und langfristig zu leistbaren Kosten möglich ist, können wir das nur begrüßen.”(fh)

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