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Wo man bei Aktien jetzt noch Kasse machen kann
reinhard krémer 20.03.2015

Wo man bei Aktien jetzt noch Kasse machen kann

Börsen Der deutsche Aktienindex DAX zog auch andere europäische Börsen nach oben – sogar der ATX stieg wieder

Nach neuem Rekordhoch bei mehr als 12.200 DAX-Indexpunkten folgte Verschnaufpause.

New York/Frankfurt/Wien. Der Durchmarsch des deutschen Aktienindex DAX mit einem Anstieg auf ein neues All-time-high bei 12.204 Punkten und das nur gut einen Monat nach dem Knacken der 11.000er-Marke ließ Anleger jubeln.

Im Sog der mehrwöchigen deutschen Rallye waren auch so gut wie alle europäischen Märkte auf den Charts nach Norden gezogen. So hatte der FTSE 100, der wichtigste Index Großbritanniens, schon Anfang März mit einem Rekordhoch bei 6.961 Punkten geschlossen. Auf der anderen Seite des Ärmelkanals konnte der CAC 40 in Paris in einem Monat sieben Prozent dazugewinnen. Der wichtigste europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 legte in einer Woche mehr als 2,5 Prozent zu.Auch der Wiener ATX ist gestiegen – zwar nicht auf ein neues Rekordhoch, aber doch immerhin auf 2.523 Punkte – ein Niveau, das zuletzt im Juni des Vorjahres erreicht worden war. Die Rekordjagd, die erst im Vorfeld der Fed-Sitzung einen Dämpfer erhielt, wirft für viele Anleger die Frage auf: Wo ist jetzt bei Aktien überhaupt noch was zu holen?

Nicht nur Pasta in Italien

Hier scheinen sich Chancen in Südeuropa aufzutun, denn obwohl die Börsenindizes mit plus 16 Prozent in Italien sowie Portugal und mit plus 7 Prozent in Spanien das Jahr mit Pauken und Trompeten begonnen haben, bietet Südeuropa für 2015 weiterhin attraktive Anlageperspektiven, meint Isaac Chebar von der französischen Fondsboutique DNCA Finance. Er setzt vor allem auf Italien: „Die besten Renditeperspektiven bieten einerseits Unternehmen, die auf den Inlandsmarkt ausgerichtet sind. Dazu gehören insbesondere Banktitel wie Banco Popolare Milano oder Intesa Sanpaolo, die stark vom Konjunktur- und Investitionszyklus beeinflusst werden.” Aber auch halbstaatliche Unternehmen wie Finmeccanica oder ENI mit neuen vom Staat ernannten Managern, die die Restrukturierung vorantreiben sollen, sind für Chebar interessant.Obwohl der DAX offenbar nur eine Richtung kennt, wird die Luft in Deutschland langsam dünn, meinen Experten. Das Kursniveau ist inzwischen schon sehr hoch, auch wenn der deutsche Aktienmarkt noch günstiger bewertet sei als der amerikanische, warnt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB.

RBI als Favorit in Wien

Trotzdem gibt es auch in Deutschland noch Chancen. So hat die Privatbank Hauck & Aufhäuser die Einstufung für Gerry Weber zur Quartalsbilanz auf „Buy” mit einem Kursziel von 42 Euro belassen; das ließe zum Kurs von 33 Euro bei Redaktionsschluss noch einen Gewinn von 26 Prozent zu. Die Investmentbank Equinet wiederum hat die Einstufung für Lufthansa trotz der Streikankündigung der Pilotengewerkschaft Cockpit auf „Buy” mit einem Kursziel von 19 Euro belassen; Abstand zum aktuellen Kurs: 42 Prozent. HSBC hat das Ziel für TLG Immobilien auf 18,80 Euro angehoben und die Aktie auf „Overweight” gesetzt; hier wären noch knapp 30 Prozent zu verdienen. In Österreich haben die Analys-ten von Macquarie das Kursziel für Aktien von Telekom Austria von 6 auf 7,1 Euro erhöht; das Rating bleibt bei „Outperform”. Die US-amerikanische Investmentbank Jefferies International hat das Kursziel von Papieren der Österreichischen Post von 35,5 auf 39 Euro angehoben. Voting: mit „Hold” unverändert. Und die Analysten von Exane BNP Paribas sehen Aktien der Raiffeisen Bank International den Markt outperformen. Kursziel: 23 Euro – oder plus 100 Prozent.

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