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Zu geizig für Billiganbieter
03.02.2015

Zu geizig für Billiganbieter

LEH Laut GfK griffen deutsche Konsumenten zuletzt öfters wieder zu höherwertigen Produkten, Nachhaltigkeit zähle mehr

Überall legen deutsche Diskonter zu, am Heimatmarkt kassierten sie im vergangenen Jahr ein Minus.

Nürnberg. Während die deutschen Diskonter anderswo die Handelslandschaft erobern, haben sie am Heimatmarkt zu kämpfen. Dort spielt sich das Ganze umgekehrt ab: Im vergangenen Jahr verloren Aldi, Lidl und Co Marktanteile an klassische Supermärkte wie Edeka oder Rewe. Das zeigt eine aktuelle Studie der deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Der Marktanteil der Discounter verringerte sich demnach von 43,7 auf 43 Prozent. Ein Grund dafür sei laut GfK, dass deutsche Konsumenten öfters wieder zu höherwertigen Produkten greifen würden. Generell werde weniger gekauft, was die Marktforscher wiederum auf eine bewusste Entscheidung vieler Verbraucher für mehr Nachhaltigkeit zurückführen, zum anderen aber auch auf die hohe Arbeitsbelastung vor allem der Jüngeren; diese „gehen sehr viel seltener zum Einkaufen, als das früher in ihrer Altersgruppe üblich war”. Gut ein Drittel findet laut einer Umfrage: „Einkaufen ist lästig.”

Alle Billiganbieter betroffen

Im vergangenen Jahr waren es die Supermärkte, die ihre Umsätze um 1,9 Prozent steigern konnten, während die Erlöse der Billiganbieter um 1,3 Prozent sanken. „Das ist fast so etwas wie ein Absturz”, so das Urteil der GfK. Selbst die in den vergangenen Jahren von Strukturproblemen gebeutelten SB-Warenhäuser hätten 2014 besser abgeschnitten. Anders als in den vergangenen Jahren seien diesmal alle Billiganbieter vom Schrumpfen ihres Marktanteils betroffen. Das Minus ist für die Diskonter umso bitterer, weil der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland insgesamt bei 165,1 Mrd. € stagnierte; die Mengennachfrage sank sogar um 0,7 Prozent. (dp)

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