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IMPULSE - der Strategie Austria Blog #Lucas Unger

IMPULSE - der Strategie Austria Blog #Lucas Unger

2 Likes 29 10 2019
1x Employer Branding to go bitte.

Warum ein Wuzzler im Vorraum noch keine Arbeitgebermarke macht.

 

Das Thema Arbeitgebermarke ist längst kein Randthema mehr.

Anstehende Pensionswellen und die Überalterung der Gesellschaft lassen den Ruhepuls so manches Personalverantwortlichen nach oben schnellen.

Vieles wird versucht um Fachkräfte und junge Talente für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Leider verlaufen viele Bemühungen im Sand oder sind sogar kontraproduktiv. Warum ist das so?

 

Anspruch und Realität

Wenn der Schuh drückt, muss es oft schnell gehen. Eine Employer Branding Kampagne muss her. Unbedingt auf den „neuen“ Kanälen. Mobile, dort wo die Jungen sind. Auf Insta, LinkedIn, Honey pot oder Truffls.

Die Message? Was wollen die Jungen denn hören?

Flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten, Augenhöhe, Purpose und so.

Stockbilder motivierter Young Professionals, Start-up Besprechungsräume, Rennrad in der Ecke.

Diese Darstellung ist natürlich bewusst überspitzt.

Oft hat die Realität der Unternehmenskultur aber zu wenig mit dem gezeichneten Bild gemein.

Ein enttäuschter Mitarbeiter ist mächtiger Botschafter ihres Unternehmens, nach Innen und Außen.

Portale wie Kununu, Glassdoor & Co multiplizieren dieses Bild zigfach. Und so geht der Schuss nach hinten los.

 

Transparenz

Ziel muss sein, ein einheitliches Bild nach innen und außen abzugeben, das sich gleichzeitig vom Mitbewerb unterscheidet. Über rationale Benefits wie Gehalt oder Arbeitszeitmodelle ist das kaum möglich.

Der Organisationspsychologe Frederik Herzberg nannte diese Art von Benefits in seiner 2 Faktorentheorie der Arbeitszufriedenheit Hygienefaktoren. Sind diese erfüllt sind wir nicht unzufrieden. Sie stellen die nötige Basis dar.

 

Der Sinn

Innerer Antrieb kommt über den zweiten Faktor, die Motivatoren. Hierbei geht es um emotionale Aspekte. Die erlebte Sinnhaftigkeit der Arbeit, die Identifikation mit dem Unternehmen, um Partizipation. Derzeit werben die meisten Unternehmen vor allem über Hygienefaktoren, um ihre potentiellen MitarbeiterInnen.

 

Was heißt das für Unternehmen?

Sich ernsthaft mit dem Thema Employer Branding auseinanderzusetzen, erfordert Zeit und Mut sich einem Strategie-Prozess zu stellen.

Wer sind wir? Was ist unser Unternehmenssinn? Wo wollen wir gemeinsam hin?

Top down und bottom up braucht es einen ehrlichen Dialog und ein Ergebnis, das alle Stakeholder mittragen können.

Wer auf diese Weise die gemeinsame Identität stärkt und diese klar nach innen und außen kommuniziert, der wird die Mitarbeiter finden die zum Unternehmen passen.

Ganz ohne Wuzzler.

 

Lucas Amadeus Unger (www.schillingundschilling.at) ist Wirtschaftspsychologe und Vorstandsmitglied der Strategie Austria. Neben seiner internationalen Erfahrung in der Werbebranche lassen ihn sein wissenschaftlicher Background und seine praktische Erfahrung im Bereich Organisationsentwicklung das Thema Unternehmenskommunikation in einem ganzheitlichen Kontext verstehen.

Illustration Lana Lauren, lana.lauren@visolutions.at