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UNO - Kritik an Österreich

UNO - Kritik an Österreich

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UNO kritisiert Österreich bei Umsetzung der Kinderrechte

SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser sieht neue Bundesregierung, aber auch Länder gefordert

Wien - Der Kinderrechteausschuss der UNO hält in seinem aktuellen Bericht fest, dass es in Österreich zahlreiche massive Mängel bei der Umsetzung der Kinderrechte gibt. SOS-Kinderdorf sieht sich in vielen Punkten bestätigt. „Es wird in diesem Bericht deutlich, wie viele offene Baustellen es in Sachen Kinderrechte in Österreich gibt. Gerade in unserem Tätigkeitsbereich, der Kinder- und Jugendhilfe, wird einiges kritisiert", sagt Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf.

So wird dringend empfohlen sich die Gründe für die hohen Zahlen an fremduntergebrachten Kindern näher wissenschaftlich anzuschauen, um dann mit den Eltern umfassender präventiv arbeiten zu können. Genau in diese Richtung arbeitet SOS-Kinderdorf seit Jahren. Allerdings zum größten Teil spendenfinanziert, da öffentliche Gelder für Prävention fehlen. "Ich hoffe, dieser UN-Bericht bringt alle Bundesländer dazu, entsprechende Unterstützungen für Eltern gesetzlich vorzusehen“, so Moser. 

 Rat auf Draht finanziell absichern

Erfreut zeigt sich Moser darüber, dass die finanzielle Absicherung der Notrufnummer Rat auf Draht vonseiten der UNO dringend empfohlen wird. „Als Träger von Rat auf Draht kämpft SOS-Kinderdorf seit Jahren um eine ausreichende öffentliche Finanzierung, die leider nicht und nicht erfolgt. Ohne die Unterstützung von Spenderinnen und Spendern wäre es nicht möglich, die Hotline weiterzuführen. Schön, dass die Vereinten Nationen die wichtige Arbeit von Rat auf Draht würdigen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die österreichische Politik endlich nachzieht.“

 Alibiaktionen

Ginge es nach der UNO, müsste künftig das Kindeswohl, das heißt die Bedürfnisse und Anliegen von Kindern und Jugendlichen überhaupt umfassend von der Politik berücksichtigt werden. „SOS-Kinderdorf hat schon vor zwei Jahren vorgeschlagen, endlich die Prüfung von Gesetzesvorlagen bezüglich ihrer Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen und zu reformieren."

Derzeit ist die sogenannte wirkungsorientierte Gesetzesfolgenabschätzung leider oft eine Alibiaktion. Das kritisiert nun auch die UNO und fordert zwingend sowohl einen Vorabcheck von Gesetzesentwürfen also auch eine Evaluierung nach Umsetzung des Gesetzes in Bezug auf die Rechte, die Interessen und Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. "Würde das endlich auf Bundes- und Länderebene geschehen, noch dazu von einer unabhängigen Stelle, dann brächte uns das in Sachen Umsetzung der Kinderrechte ein großes Stück weiter“, so Moser.

 Klima schützen - für unsere Kinder

Schließlich begrüßt Moser auch die erstmalig vom UN-Kinderrechteausschuss explizit angeführte Relevanz des Klimaschutzes für Kinder und Jugendliche und ihre Rechte. „Beim Klimaschutz geht es um das Kinderrecht auf bestmögliche Gesundheit und das Recht auf gute Lebensumstände." Die UNO unterstützt mit ihrer Ermahnung Österreichs hier mehr zu tun aber auch die weltweiten Klimaschutzbewegungen wie etwa "Friday for future" und die dort engagierten Jugendlichen ernst zu nehmen. "Es ist zu hoffen, dass die neue Bundesregierung ihre vielen Ankündigungen in Sachen Klima schleunigst umzusetzen beginnt. Es geht um die Zukunft unserer Kinder“, so Moser. 

 

Rückfragen: SOS-Kinderdorf | Presse martina.stemmer@sos-kinderdorf.at, T.: 0676 88144 243