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genial ferial

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Erstellt von Claudia Pfeil on 22/07/2021

genial ferial

05. Juli 2021

Wenn ich mich kurz vorstellen darf: ich heiße Yana, bin 21 und hab heute meinen ersten Tag als Praktikantin bei derpfeil, einer Verpackungsdesignagentur in Purkersdorf. 

Meine Vision, dass hier Unmengen an Kartons und Schachteln rumstehen, löst sich soeben in Luft auf. Liegt wohl daran, dass hier nicht, wie ich dachte, die Form und das Material der Verpackungen gestaltet werden, sondern in erster Linie, was auf der Verpackung zu sehen und zu lesen ist.

„Über 800 (!) unterschiedliche Produkte sind aktuell im Supermarkt made by derpfeil zu finden". erzählt mir Karin, eine der vielen Grafikerinnen, die hier rumwuseln.  Also kein Wunder, dass gleich im Empfangsbereich bekannte Marken wie Inzersdorfer, Maresi, Manner und viele andere ausgestellt sind. Dann steht groß an der Wand: „don´t stop me now, i´m having just a good time"-ok, hier bin ich richtig.  

Mein eigener Account am Laptop ist bereits eingerichtet, also dann kanns losgehen.

Ich bin absolut ready!
                                         

 

08. Juli 2021

Das erste, was man als neugierige Praktikantin macht, ist natürlich ein obligater Rundgang durch die Agentur. 6 Büroräume, 1 Küche, 1 feine Terrasse, 2 Fotostudios, 13 sehr sympathische Kolleginnen und Kollegen. Passt!!

Schon während der Begrüßung starte ich mit meiner Undercover-Mission und schaue extrem unauffällig auf die Bildschirme meiner neuen MitarbeiterInnen. Frei nach dem Motto „zeig mir deinen Desktop und ich sag dir, wer du bist“. Da seh ich neue Illustrationen für Manner (unschwer zu erkennen am „rosa“), bei Account Managerin Sandra ist logischerweise das Mailprogramm offen und im Fotostudio arrangiert Jasmin gerade Gulasch für Inzersdorfer auf rustikalem Holzbrett.

Mein Arbeitsplatz wird mir bei Marcus, der für Texte verantwortlich ist, zugeteilt (sein Desktop ist daher auch weniger spannend: ein offenes Word-Dokument mit verschiedenen Texten für Knabbernossi) und Sandra, die auffallend charmant Kundentelefonate führt. Und nicht zu vergessen, auch mit dem Agenturhund Dorie darf ich meinen Raum teilen. Sie scheint über meine Anwesenheit noch nicht ganz soooo erfreut zu sein, aber da bin ich zuversichtlich. Also zusammengefasst, krass wie viele Marken, die man kennt, hier gestaltet werden.

Auch wenn alle Kolleginnen und Kollegen einen extrem sympathischen Eindruck machen, hab ich hier bereits jetzt einen besten Freund gewonnen. Claudia, die Geschäftsführerin hat mir meinen eigenen Ventilator vorgestellt und es war Liebe auf den ersten Wind.  Ich glaub, der Sommer hier wird echt cool.

 

12. Juli 2021

Um mehr zu erfahren, was hier alles so abgeht, hab ich mich entschlossen die Kolleginnen und Kollegen direkt zu fragen. Unglaublich dezent wie ich bin, werde ich aber nicht gleich mit dem Chef anfangen, sondern mich bei den MitarbeiterInnen umhören. Los geht’s mit Helene, die hier auch ein Praktikum im Bereich Grafik absolviert.

Yana: Und schon Kaffee für Kollegen gekocht?

Helene: Nope, ganz im Gegenteil. Ich bin schon voll involviert und hab bereits bei verschiedenen Projekten mitarbeiten dürfen.

Yana: Cool, was zum Beispiel? 

Helene: Illustrationen, Freistellungen und Reinzeichnungen für diverse Kunden. Und bei der Entwicklung für Icons hab ich auch schon mithelfen dürfen.

Yana: Hast du da nach einem Jahr auf der New Design University schon alle Programme dafür im Griff?

Helene: Naja, ich hab mir hier schon jetzt einiges für Photoshop, Illustrator und Procreateabschauen können. Neu für mich ist bei Shootings für Verpackungen assistieren zu können. Die richtigen Kameraeinstellungen und Belichtungen zu finden, damit Lebensmittel perfekt zur Geltung kommen, ist echt super spannend. Also ich denke, ich kann hier in den nächsten zwei Monaten noch viel lernen, was ich dann auch gut in meinem Studium gebrauchen kann.

Yana: Na dann, viel Spaß.

Helene: Wie war's das schon? Das war mein erstes richtiges Interview? Keine Fragen mehr? Darf ich noch wen grüßen lassen?

Yana: lass mich überlegen...- Nö.

 

 

20.07.2021

Und weiter geht’s mit meiner unersättlichen Neugier: dieses mal im Gespräch mit Marcus Zbonek, der hier für Strategie und Text zuständig ist.

Yana: Ich vermute mal, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, denkst du dir den Namen aus.

Marcus: Bingo, das ist ein Teil meiner Aufgaben hier. Aber da gibt’s noch sehr viel andere Bereiche, bei  denen ich mich konzeptionell einbringen kann. 

Yana: Worauf muss man als Texter achten? Was macht einen guten Text oder Namen aus?

Marcus: Nicht auf Ratschläge von alten Textern hören ;-) Heute gibt es so viele Tools, um Brandcharacter zu entwickeln, dass für kreative Lösungen weniger Platz bleibt. Wichtig ist glaub ich, dass  Texte, Copies und Namen immer authentisch und nicht künstlich daherkommen.  Und auch wenn es nicht unser Kerngeschäft hier ist, find ich es wichtig, Marken bereits durch den Namen so zu positionieren, dass sie eine Welt schaffen, die man in Kampagnen weiterführen kann und so Content für Social Media liefert. Stichwort: Sortytelling

Yana: Stimmt das, dass du früher XXXLutz TV Werbung gemacht hast?

Marcus: Ja, das ist aber schon ewig her, ich war lange bei DMB und da war Lutz einer von vielen Kunden, die ich betreut hab. Aber klassische Werbeformen wie Radio und TV mach ich hier natürlich wesentlich seltener.

Yana: Was ist für dich  das Spannende in einer Verpackungsdesignagentur.

Marcus: Ich glaube, dass die Verpackung die direkteste Art der Kommunikation zwischen Konsument und Marke ist. Im Bruchteil von Sekunden entscheiden wir uns, nehm ich oder nehm ich nicht. Bei der Vielfalt in einem Supermarktregal muss daher alles 100% am Punkt sein um im Einkaufswagerl zu landen.

Yana: Wie fühlt sich das dann an, wenn man vorm Regal seine eigenen Namenskreationensieht.

Marcus: Gut, aber noch besser, wenn das Produkt im Wagerl vom Vordermann an der Kassa liegt.

 

23.07.2021

Und hier ist sie wieder: die neugierigste Praktikantin der Welt. Heute mit meinen wichtigen und aufschlussreichen Fragen zum Thema Client Service mit meiner Interviewpartnerin Sandra Steiner.

Yana: Hallo Sandra, du bist seit 6,5 Jahren Kundenberaterin bei derpfeil. Was macht dir in deinem Job am meisten Spaß?

Sandra: Hi Yana, ich finde es schön, die Projekte von Anfang bis zum Schluss zu begleiten. Ich bin die erste Anlaufstelle für den Kunden, bin von der ersten Kreation bis zur Druckunterlagenabgabe voll involviert und kann mir dann auch das Lob von den Kunden abholen ... lacht... das ich dann natürlich an die Kreation weitergebe, was mir wieder Freude bereitet. 

Yana: Du betreust ja mehrere Kunden hier, gibt es da so was, wie einen Lieblingskunden?

Sandra: Das ist wie die Frage nach dem Lieblingskind.... also kein Kommentar ;-)

Yana: Ich frag auch immer gerne die Nähkästchen-Frage: Gibt es für dich ein wichtiges Toolum den perfekten Überblick zu haben?

Sandra: Jetzt oute ich mich als Kontakter-Nerd der alten Schule. Ich arbeite gerne mit Excel-Sheets.

Yana: Als Schnittstelle zwischen Kreation und Kunde, muss man es ja immer beiden Seiten recht machen, ist das nicht manchmal schwierig?

Sandra: Oh jaaa, das ist alles andere als einfach. Vor allem auch weil man beide Seiten gut nachvollziehen kann. Kunden wollen, dass der Konsument das Produkt schnell versteht. Was sind die Produktvorteile bzw. was habe ich davon? Während die Kreation auch einen künstlerischen Anspruch hat, der dann durch diverse Störer – wie der Name schon sagt – gestört wird. Und dann darf man natürlich die dritte Instanz nicht außer Acht lassen. Denn auch rechtlich müssen noch viele Dinge beachtet werden. Das alles unter einen Hut zu bekommen, kann eine Challenge sein.

Yana: Magst du zum Schluss vielleicht noch was sagen?

Sandra: Ich grüße meinen Agentur-Hund Dory!

28. August 2021

Törööö!!: und weiter geht’s mit meinen nervigen Fragen an das Pfeil-Team. Heute befrag ich Thomas Hofmann, Produktionsleiter bei derpfeil zu den Themen: was, wie, warum und wieso:

Yana: Servus Thomas, seit wann bist du schon bei der Verpackungsdesignagentur und was hat dich hier her verschlagen?

Thomas: Huch, das sind jetzt bald 8 Jahre. Eigentlich wollte ich 2013/2014 „nur“ einem „Branchen-Freund“, also Peter, der einen personellen Engpass hatte, aushelfen. Da mein 1 jähriges Sabbatical sich eben dem Ende zuneigte, habe ich zugesagt kurzweilig zu unterstützen. Eigentlich wollte ich ja aus der Design–/Werbe–Branche komplett aussteigen – aber irgendwie wurde aus „könntest bitte kurz aushelfen“ ein „kannst ned’ bleiben“ (LOL).

Yana: Erzähl mal, was sind deine Aufgabengebiete hier?

Thomas: Jetzt müsst ich ein kleines Essay schreiben – aber kurz – ich kümmere mich darum, dass die grandiosen derpfeil-Designs auch produzierbar sind. Intern der Unterstützer bei Fotografie und Produktions-Fragen – für unsere Kunden, der „Anwalt“ bei Produktions-Problemen.

Yana: Hast du da auch Einfluss darauf, dass umweltschonendere Materialien bei Verpackungen verwendet werden oder ist das reine Kundensache?

Thomas: Leider nur sehr wenig, da die meisten Kunden ihre Produzenten selbst/direkt beauftragen. Aber wo immer auch nur möglich, versuche ich mit Vorschläge und Anregungen positiven „Einfluss zu nehmen“.

Yana: Was macht dir in deinem Job am meisten Spaß?

Thomas: Wenn Kunden auf meine langjährige und breit gefächerte Expertise „zurückgreifen“ und ich für sie komplexe „Probleme“ lösen darf/kann.

Yana: Glaubst du, dass sich die Verpackungen in den nächsten Jahren sehr verändern werden?

Thomas: Eher nein – bornierte Politik(er) und übermächtige Lobbies verhindern dies immer wieder erfolgreich. Aber ich hoffe es – und leiste, wo nur geht, meinen Beitrag.

Yana: Und zum Abschluss noch: was machst du in deiner Freizeit?

Thomas: Versuchen, wieder zu Kräften zu kommen, nach den geistig beanspruchenden Arbeitstagen (LOL). Sofern neben Partnerschaft/Kinder/Familie noch Energie und Zeit übrigbleibt, arbeite ich an meinen künstlerischen Projekten (Visual Arts). 

Yana: Danke Thomas ☺

02.08.2021

Liebe auf den ersten Klick.

Heute erweitere ich meinen Horizont und begebe mich zu den echten Shooting-Stars. Im hauseigenen Fotostudio werden hier täglich Produkte fotografiert und perfekt in Szene gesetzt. Verantwortlich für eine appetitliche Umsetzung ist bei derpfeil Jasmin Jackson.

Yana: Hallo Jasmin, wie wird man eigentlich Foodfotografin? Gibt es da eine eigene Ausbildung?

Jasmin: Schon bei meinem ursprünglich erlernten Beruf als Bäckerin und Konditormeisterin hat mich Fotografie immer fasziniert. Und dann hatte ich hier die Gelegenheit diese beiden Leidenschaften zu kombinieren.

Yana: Hast du beim Foodsytling spezielle Tricks um Lebensmittel gschmackiger aussehen zu lassen?

Jasmin: Ja, da gibts so einige Tricks. Unsere Devise ist aber, soweit wie möglich die natürliche Schönheit der Lebensmittel mit gutem Licht und dem richtigen Blickwinkel  gschmackiger aussehen zu lassen.

Yana: Was war das schwierigste Shooting im Bereich Verpackungsdesign, das du je hattest?

Jasmin: Glänzende Oberflächen sind immer wieder eine echte Herausforderung.

Yana: Machst du die Fotos allein oder wie viel seid ihr da bis alles passt?

Jasmin: Viele Bilder mache ich alleine stimme mich aber immer mit den zuständigen GrafikerInnen ab. Auch den Thomas  von der Produktion lasse ich gegebenenfalls mit seinem geschulten Auge einen Blick auf die Belichtung werfen.
Mit Monika, unserer Art Directorin macht das Foodstyling echt Spaß und wir ergänzen uns wirklich toll.

Yana: Hast du da beim Shooting gewisse Freiheiten oder ist das alles mit den Kunden minutiös vorher abgestimmt?

Jasmin: Sowohl als auch. Oft sind die Angaben aber sehr genau, denn die Bilder müssen ja perfekt in die Layouts passen. Bei normalen Packshots  bleibt da oft nur ein sehr geringer kreativer Freiraum.

Yana: Was passiert mit den Lebensmitteln, wenn sie fertig abgelichtet sind?

Jasmin: Da finden sich in der Agentur ganz schnell viele Kolleginnen und Kollegen, die sich darum kümmern ;-)