AUTOMOTIVE BUSINESS
© APA dpa Andreas Gebert

Die Studie zeigt noch deutliche Vorbehalte gegenüber autonomen Fahrzeugen, Fahrer erkennen aber auch bereits damit verbundene Chancen und Möglichkeiten.

Jürgen Zacharias 02.02.2017

Akzeptanz noch überschaubar

ThinkGoodMobility: Mobilitätsstudie von Goodyear und der London School of Economics (LSE) offenbart Erwartungshaltung und Vorbehalte gegenüber autonom fahrenden Autos.

WIEN. Die Zukunft der Automobilität ist elektrisch und autonom. Da sind sich mittlerweile die meisten Experten sicher. Noch Gegenstand von Diskussionen ist allerdings die Frage, wann sich entsprechende Fahrzeuge am Markt durchsetzen und in welchem Umfang sie das tun werden. Goodyear und die London School of Economics (LSE) haben daher die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich als Grundlage für eine Studie mit dem Titel ThinkGoodMobility genommen und untersucht, wie offen der Mensch für autonome Fahrzeuge und damit verbundene Technologien ist und inwiefern diese sein Wohlbefinden auf der Straße positiv wie negativ beeinflussen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz für autonomes Fahren gerade hierzulande noch eher verhalten ist. Die Studie legt allerdings die Vermutung nahe, dass der Zuspruch für die neuartige Technologie steigt, sobald ein zusätzlicher Nutzen erkennbar ist, der über das eigene Fahren hinausgeht. Hierbei sehen die Befragten durchaus auch Perspektiven jenseits gängiger Vorstellungen vom Fahrzeug als mobilem Arbeitsplatz – etwa die Möglichkeit, das Auto Sonntagmorgen autonom zum Bäcker zu schicken, um dort Gebäck abzuholen. Auch die steigende Sicherheit wird als rationaler Nutzen wahrgenommen. So könne man das Fahrzeug beispielsweise auch dann nutzen, wenn man nach ein paar Gläsern Wein von einer Party heimfahren möchte.  

Sind jedoch Einflussfaktoren im Spiel, welche die bisherige Verwendung des Autos und damit verbundene persönliche Erwartungen an das Fahrzeug verändern, sehen die Interviewten die neuen Entwicklungen eher skeptisch. So zeigt die Studie, dass laut 79% der Befragten ein Fahrer prinzipiell jederzeit die Kontrolle über sein Auto haben sollte. 72% stimmen damit überein, dass ein Fahrer in der Lage sein muss, bei Bedarf mit anderen Autofahrern kommunizieren zu können, während 57% bestätigen, dass autonome Fahrzeuge mangels nötigem gesunden Menschenverstand nicht in der Lage sind, mit menschlichen Fahrern zu interagieren.

Geht es um zusätzliche Komponenten, welche die Befragten auf jeden Fall in autonomen Fahrzeugen vorfinden möchten, so sind die Top Drei das Lenkrad, welches 75% der Befragten wichtig ist, fortschrittliche Sicherheitstechnik zum Schutz von Fußgängern, die sich 66% wünschen, und smarte Reifen, welche 58% nicht missen möchten. Da den Reifen als einzige physische Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße auch künftig eine wichtige Rolle zukommt, beschäftigt Goodyear sich bereits seit vielen Jahren mit 'smarten' Reifen. „Wir sehen eine Zukunft, in der sich unsere Produkte stärker mit dem Fahrzeug, anderen Straßenteilnehmern oder der Infrastruktur vernetzen und so situativ auf die jeweiligen Straßenverhältnisse reagieren; damit bieten sie gerade in Sachen Sicherheit einen echten Mehrwert“, so Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Goodyear für Deutschland, Österreich und der Schweiz. (jz)

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