AUTOMOTIVE BUSINESS
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In Zukunft ein gewohntes Bild: Ein Auto, das zum Austausch eines Bauteils oder zur Reparatur zurück in die Werkstätte gerufen wurde.

Jürgen Zacharias 16.03.2017

Rückrufe werden immer mehr

Aktuelle Studie zeigt: Die ohnehin bereits hohe Zahl an Fahrzeug-Rückrufen dürfte in den kommenden Jahren noch weiter steigen.

WASHINGTON/MÜNCHEN. Vor wenigen Tagen hat die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA in den USA wegen eines möglichen Schadens an der Gelenkwelle den Rückruf von knapp 122.000 BMW-Fahrzeugen veranlasst. In den Tagen davor waren auch bei Daimler und Audi größere Rückholaktionen bekannt geworden, und in den vergangenen Monaten und Jahren waren überhaupt fast alle größeren Automobilhersteller von derartigen Problemen betroffen.

Geht es nach Kemény Boehme & Company, dann wird es in den kommenden Jahren in einer noch härteren Tonart weitergehen; das Münchner Beratungsunternehmen prognostiziert in einer aktuellen Studie einen Anstieg der Rückrufe in den kommenden fünf Jahren von fast 50%.

Laut Kemény Boehme & Company ist die Zahl der Fahrzeugrückrufe am Referenzmarkt USA in den vergangenen fünf Jahren um 54% auf mehr als 1.000 gestiegen, die Zahl der betroffenen Fahrzeuge habe sich gar vervierfacht. Zwar sei laut Studienautor Maximilian Klee zu berücksichtigen, dass der VW-Dieselskandal und die Airbag-Problematik des japanischen Zulieferers Takata für statistische Ausreißer nach oben gesorgt habe, der Trend sei trotzdem eindeutig. „Wir gehen von einem weiteren steilen Anstieg bis 2020 aus, danach wird die Zahl bis 2025 weiter, aber schwächer wachsen“, so Klee gegenüber der Zeitschrift „Automobilwoche“.

Die Ursache für die steigenden Rückrufzahlen sieht Klee übrigens in der immer komplexeren Fahrzeugarchitektur und dem immer höheren Elektronikanteil der Fahrzeuge. Da die Hersteller zudem versuchen, Bauteile in möglichst vielen Fahrzeugen zu verwenden, wirken sich Fehler in Teilbereichen auf eine immer größere Zahl an Autos aus. (jz)

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