AUTOMOTIVE BUSINESS
© Land OÖ Daniel Kauder

(v.l.n.r.) Landeshauptmann Thomas Stelzer, Bundesminister Norbert Hofer und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner.

Redaktion 21.06.2018

Testlabor für autonomes Fahren

Neben Graz wird Oberösterreich die zweite vom Bund geförderte Testregion, das Projektvolumen bis 2023 liegt bei 7,5 Mio. Euro.

LINZ. Oberösterreich wird eine Testregion für autonomen Güterverkehr und damit neben Graz die zweite vom Bund geförderte Testumgebung für autonomes Fahren in Österreich. Projektträger ist die im März gegründete DigiTrans GmbH mit Gesellschaftern aus der Wirtschaft und Forschung. Bis zum Jahr 2023 gibt es ein Volumen von 7,5 Mio. € - davon kommen 2,5 Mio. vom Infrastrukturministerium.

Landeshauptmann Thomas Stelzer bezeichnete den Zuschlag als Testregion bei einer Pressekonferenz am Linzer Flughafen als Chance für Oberösterreich bei einer neuen Technologie, „die noch am Anfang steht, bei den Schnelleren dabei zu sein“. Die Forschung soll sich auf den Zentralraum Linz-Wels-Steyr „als großes Dreieck“ konzentrieren. Verkehrsminister Norbert Hofer sagte am Rande der Pressekonferenz zur APA, dass es „viele Anfragen aus allen Bundesländern für Teststrecken“ gebe. Oberösterreich habe den Zuschlag als wirtschaftlich besonders starke Region bekommen.

In einem ersten Schritt gehe es nun darum, eine Testumgebung für autonomes Fahren mit der dafür benötigten Infrastruktur für innerbetriebliche Logistik und kommunale Dienstleister aufzubauen, erklärte Werner Pamminger, Geschäftsführer der Standortagentur Business Upper Austria. Erste Tests sollen im Ennshafen sowie auf der Autobahnstrecke zwischen Enns und Wels erfolgen. Einen genauen Zeitpunkt für erste Testfahrten wollte man nicht nennen. Pamminger sagte dazu: „Das hängt auch viel mehr von den gesetzlichen Rahmenbedingungen als von der technischen Machbarkeit ab.“ Dazu Hofer: „Sobald ich sehe, dass die Technologie sicher und auf logistischer Seite erprobt ist, werden die Rechtsgrundlagen angepasst. Sicherheit geht immer vor.“

Hofer erwartet sich durch den Aufbau der Teststrecke die Entwicklung neuer Anwendungsfelder und digitaler Geschäftsmodelle für Logistikdienstleister.
Business Upper Austria gründete im Jänner 2018 den Verein DigiTrans, aus dem für die Auszahlung der Fördergelder eine GmbH firmiert wurde. Der Verein ist mit 55%, die FH OÖ Forschungs- und Entwicklungs-GmbH sowie die beiden Unternehmen Reformwerke und der Fahrzeuglogistiker Hödlmayr mit jeweils 15% an der GmbH beteiligt. Firmenchef Johannes Hödlmayr nannte als ein erstes konkretes Projekt von DigiTrans das „Lkw-Platooning“, wo bis zu drei Lkw auf der Autobahn selbstständig hintereinanderfahren, und der Fahrer nur mehr die Überwachung innehat. Das soll bis 2025 auf den heimischen Straßen Realität werden. In Deutschland gebe es dafür bereits eine Teststrecke zwischen München und Nürnberg.

Die Ausschreibung und das Hearing für einen Geschäftsführer für DigiTrans sind bereits abgeschlossen, demnächst werde die Entscheidung fallen, sagte Pamminger, der die Funktion aktuell ausübt. Eine erste Aufgabe des neuen Geschäftsführers sei es, weitere große Unternehmen als Gesellschafter zu gewinnen, die sich aktiv in Forschungsprojekte einbringen. Vom derzeitigen Budget von 7,5 Mio. € bis 2023 kommen neben den 2,5 Mio. € vom Bund 1,25 Mio. € vom Land und der Rest von den bereits an der GmbH beteiligten Firmen. Diese können im Rahmen ihrer erbrachten Leistung die Infrastruktur der Testumgebung für F&E-Projekte und eigene Kundenprojekte oder strategische Projekte nützen.

Das Ministerium förderte den Bereich autonomes Fahren in den vergangenen Jahren mit 20 Mio. €. Es werden auch zukünftig Gelder in diesen Bereich fließen und laufend neue Teststrecken dazukommen, so Hofer. Genaue Orte dafür würden aber aktuell noch nicht feststehen. (jz)

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