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Paul Christian Jezek 01.06.2017

voestalpine liefert hervorragendes 4. Quartal

Umsatzsteigerung und starke Ergebnisentwicklung; Eigenmittel erreichen mit mehr als sechs Milliarden Euro ein All-Time-High.

LINZ. Der voestalpine-Konzern blieb im Geschäftsjahr 2016/17 (1. April 2016 bis 31. März 2017) trotz eines wirtschaftlichen Umfelds, das stärker denn je von politischen Ereignissen wie dem Brexit-Votum in Großbritannien, der US-Präsidentenwahl, Terror und Krieg im Nahen und Mittleren Osten, der Immigrationsproblematik in Europa oder global zunehmenden Handelshemmnissen geprägt war, weiter auf Erfolgskurs. So erhöhte das Unternehmen im Jahresvergleich den Umsatz um 2,0% von 11,1 auf 11,3 Mrd. €.

„Der sich bereits in den Vorquartalen abzeichnende Aufwärtstrend fand mit einem hervorragend verlaufenen vierten Quartal den erwartet erfreulichen Abschluss“, sagt CEO Wolfgang Eder. „Neben einer generell starken Nachfrageentwicklung im Stahlbereich waren vor allem die Kundensegmente Automobil-, Luftfahrt- und Konsumgüterindustrie durch ein hohes Auftragsniveau gekennzeichnet, also Branchen, die im Fokus der auf Qualität ausgerichteten Strategie der voestalpine stehen.“

Abschlussquartal mit bestem operativen Ergebnis seit 2011/12
In den letzten drei Monaten erreichte die voestalpine die mit Abstand beste Quartalsperformance des Geschäftsjahrs. So gelang es dem Konzern im 4. Quartal 2016/17, das operative Ergebnis (EBITDA) auf ein Niveau zu heben, das zuletzt 2011/12 erzielt wurde. Nachdem sowohl das operative Ergebnis (EBITDA) als auch das Betriebsergebnis (EBIT) im Jahr davor durch erhebliche positive Einmaleffekte beeinflusst waren, ist – wie schon in den Vorquartalen des Geschäftsjahres 2016/17 – auch bei der Betrachtung des Jahresabschlusses ein Vorjahresvergleich nur auf Basis der um diese Sondereffekte bereinigten Kennzahlen aussagekräftig.

Beim bereinigten EBITDA legte die voestalpine von 1,45 Mrd. € um 6,6% auf 1,54 Mrd. € zu. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg im Jahresvergleich von 13,1 auf 13,6% und liegt damit nur noch geringfügig unter der nachhaltig angestrebten 14%-Marke, dem Konzernziel für 2020/21. Beim EBIT ergibt sich im Jahresvergleich bereinigt eine Verbesserung um 3,1% von 814 Mio. auf 840 Mio. €, woraus eine bereinigte EBIT-Marge von 7,4% (Vorjahr ebenfalls 7,4%) resultiert. Ohne Berücksichtigung der besagten Sondereffekte hat sich das operative Konzernergebnis (EBITDA) im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber 2015/16 um 2,7% von 1,58 auf 1,54 Mrd. € verringert. Das nicht bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) beläuft sich auf 823 Mio. € und liegt damit um 7,4% unter dem Vorjahreswert von 889 Mio. €.

Das unbereinigte Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel um 6,8% von 751 auf 700 Mio. €, während das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) unbereinigt um 12,5% von 602 auf 527 Mio. € sank. Im Gegensatz dazu erhöhte sich das um Sondereffekte korrigierte EBT um 5,9% von 677 auf 717 Mio. €, der bereinigte Jahresüberschuss nahm im gleichen Zeitraum um 5,8% von 510 auf 539 Mio. € zu.

Eigenkapital auf Rekordniveau
Bereits fünf Jahre in Folge leistet die voestalpine an ihre Aktionäre kontinuierlich steigende Dividenden. Vorbehaltlich der Zustimmung der am 5. Juli stattfindenden Hauptversammlung wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,10 € je Aktie ausgeschüttet; das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine weitere Erhöhung um 4,8%. Nachdem bereits 2015/16 die Verschuldungsrate trotz eines Rekordinvestitionsvolumens im Jahresvergleich gesunken war, reduzierte sich die Gearing-Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) im Geschäftsjahr 2016/17 abermals, und zwar von 54,5% per 31. März 2016 auf 53,2% zum 31. März 2017.

Die investitionsintensive Fokussierung auf High-End-Qualitätssegmente sowie die konsequente Umsetzung der Internationalisierungsstrategie stehen somit einmal mehr nicht im Widerspruch zu einer gesunden finanziellen Entwicklung. Vor dem Hintergrund des soliden Geschäftsverlaufs stieg auch das Eigenkapital um 7,2% von 5,7 Mrd. € auf die neue Rekordhöhe von 6,1 Mrd. €; es erhöhte sich damit überproportional zur Nettofinanzverschuldung, die im gleichen Zeitraum um 4,6% von 3,1 auf 3,2 Mrd. € zunahm.

Einen weiteren Schritt geht die voestalpine AG auch zur Absicherung ihrer europaweit als Modell dienenden Mitarbeiterbeteiligung. Dazu wurde das Grundkapital zum Ende des Geschäftsjahrs um rund 0,8% erhöht; der Anteil der Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, welche die Aktien für die voestalpine-Beschäftigten hält, liegt nun bei 14,8%. Die Stiftung bleibt damit zweitgrößter Aktionär des Konzerns, der zum 31. März 2017 die neue Rekordzahl von 49.703 Mitarbeitern (FTE) beschäftigt.

Positiver Ausblick für Geschäftsjahr 2017/18
Die Nachfrageentwicklung stellt sich in vielen Kundensegmenten zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs deutlich positiver dar als vor einem Jahr: „Auf Basis der aus diesem Konjunkturverlauf resultierenden Ergebnisse des voestalpine-Konzerns zu Beginn des neuen Geschäftsjahrs ist für die erste Jahreshälfte eine starke, deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahrs liegende Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu erwarten“, prognostiziert Eder. „Eine konkrete Einschätzung des Konjunkturverlaufs in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs wird allerdings erst nach dem kommenden Sommer möglich sein.“

Im voestalpine-Konzern werden 2017/18 eine Reihe jüngster Großinvestitionen – wie das HBI-Werk in Texas, USA, die neue Drahtstraße in Leoben/Donawitz, Österreich sowie mehrere „Downstream“-Investitionen in Europa, den USA und China – erstmals umsatz- und ergebniswirksam. Die Stahl- und Stahlverarbeitungskapazitäten sind schon heute bis zum Ende des Geschäftsjahrs weitgehend ausgelastet, und die konsequente Verlängerung der Wertschöpfungskette führt grundsätzlich zu einem vergleichsweise stabilen Geschäftsverlauf.

Darüber hinaus sollten sich der Einfluss allfälliger US-Handelsbarrieren und der Druck aus Stahl-Dumpingimporten nach Europa auf voestalpine-Produkte insgesamt in Grenzen halten. Die in Umsetzung befindlichen, konzernweiten Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogramme lassen zudem eine weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns erwarten. „Vor diesem Hintergrund zeichnet sich aus aktueller Sicht trotz der Unwägbarkeiten in der Einschätzung der zweiten Jahreshälfte für das Geschäftsjahr 2017/18 des voestalpine-Konzerns eine deutlich positive Entwicklung von Umsatz und Ergebnis ab“, meint Eder. (PJ)

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