INDUSTRIAL TECHNOLOGY
© medianet

Paul Christian Jezek 01.09.2016

WeltMeister Österreich – das Jahrbuch zum Wirtschaftsstandort

Soeben erschienen: WeltMeister Österreich (D/E) - Jahrbuch zum Wirtschaftsstandort ("medianet" Verlag AG) ist im gut sortierten Buchhandel, auf Amazon und medianet.at/page/guides um 27,50 € erhältlich.

„Tue Gutes und rede (schreibe) darüber“ – Bescheidenheit ist vielleicht eine Zier, hat aber auch deutliche Nachteile. Es muss einfach immer wieder gesagt (und geschrieben) werden, dass Österreich ein weltmeisterliches Land ist! Gemessen am BIP pro Einwohner, zählt die Alpenrepublik zu den Top-3 der EU und somit zu den reichsten und am höchsten entwickelten Volkswirtschaften weltweit.
 
Jedes Jahr werden in Österreich vor allem dank der Exporterfolge und der immer weiter zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft bei einer schon sehr hohen Erwerbsquote weitere neue Arbeitsplätze geschaffen. Und dazu kommen das weltweit einzigartige und vorbildliche Duale System und die geringe Jugendarbeitslosigkeit. Das vorliegende, druckfrische Buch "WeltMeister Österreich" berichtet darüber ebenso wie über weitere ganz wesentliche Erfolgsfaktoren. Es ist DAS Jahrbuch zum Wirtschaftsstandort zu folgenden Themen:
* Österreichs Paradeunternehmen und Leitbetriebe
* Die Sprache der Weltmarktführer
* Die Säule des Wohlstands: 55.000 österreichische Unternehmen exportieren in mehr als 220 Länder weltweit
* Hochtechnologie und Forschungsstandort – wo sich die Weltmeister der Zukunft finden
* Infrastruktur – Investitionen in Milliardenhöhe erhöhen die Standortqualität
* Österreicher auf den wichtigsten Wachstumsmärkten – Erfolg durch Weltklasse – Qualität
* WeltMeister von morgen: Land der Start-ups, zukunftsreich …
* Die Wiener Börse – Investieren in Österreichs Top Unternehmen.
 
Weltmeisterliche Metallurgie
Aus „Industrial-Sicht“ besonders relevant ist beispielsweise das Kapitel über die metallurgische Industrie, in dem vor allem auf das K1-MET Kompetenzzentrum für metallurgische und umwelttechnische Verfahrensentwicklung mit den Standorten Linz und Leoben eingegangen wird, das im Bereich der metallurgischen Verfahrens- und Umwelttechnik als Innovationsschmiede und Trendsetter an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie agiert. Eigentümer der K1-MET GmbH sind mit jeweils 35% die Montanuniversität Leoben und die voestalpine, 20% gehören Primetals Technologies, und die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) stellt mit 10% den zweiten wissenschaftlichen Eigentümer dar. Finanziert wird das K1-MET Kompetenzzentrum aus Mitteln des Bundes, der Länder und der beteiligten Universitäten sowie zu 55% von den Industriepartnern RHI, Scholz Austria, Montanwerke Brixlegg, Plansee, Ebner Industrieofenbau, Linde Gas sowie Primetals Technologies und voestalpine.

Die Forschungsarbeiten erfolgen zum Teil in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen wie z.B. COMET-Zentren. So bringt die Montanuniversität ihr Know-how auf dem Gebiet der Metallurgie in die neu gegründete K1-MET GmbH ein, wo folgende Themen behandelt werden, wobei als wissenschaftlicher
Partner auch die JKU eingebunden ist:
+ Nachhaltigkeit und Rohstoffeffizienz in der Metallurgie
+ Entwicklung von metallurgischen Prozessrouten und deren Kernkomponenten wie z.B. Komponenten aus feuerfesten Materialien
+ Innovative Anlagentechnik und Steigerung der Energieeffizienz
+ Modellierung und Simulation metallurgischer Prozesse.

Mit diesen Schwerpunkten sollen die Prozesseffizienz in der Metallurgie, die Verringerung des Rohstoffeinsatzes sowie die Erhöhung der Ausbringung des Produkts optimiert werden, um damit eine nachhaltige Reduktion des Energieverbrauchs, der Emissionen und eine Erhöhung des Stoffrecyclings zu erreichen.

Weg vom Kohlenstoff!
Damit entspricht man globalen Erfordernissen: Bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 wurde ein Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung unterzeichnet. Die Zielsetzungen dieser Vereinbarung sind aber ausschließlich durch den Übergang von einer kohlenstoffbasierten auf eine kohlenstoffarme Gesellschaft möglich. Ein Ziel im K1-MET ist es daher, die bestehenden Verfahren, die bereits soweit optimiert sind, dass sie nahe ihrer thermodynamischen Grenzen betrieben werden, grundsätzlich zu verändern.

Dazu wurden an der Montanuniversität in den vergangenen Jahren Grundlagenuntersuchungen mit wesentlich reduzierten CO2-Emissionen angestellt. „Mit rund sieben Prozent Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen steht z.B. die Stahlindustrie auch vor neuen Herausforderungen in Bezug auf die angestrebten Klimaschutzziele“, sagt K1-METGeschäftsführer Thomas Bürgler. „Prozesseffizienz besteht aus den Hauptparametern Verringerung des Rohstoffeinsatzes bzw. Erhöhung des Ausbringens und der Reduktion des Energieverbrauchs bzw. Erhöhung der Rückgewinnung.“ Hier ist es wichtig, dass Nebenprodukte oder Abfälle nicht mehr als Material für die Deponierung gesehen werden, sondern als Quelle wertvoller Rohstoffe, die durch spezielle Verfahren rückgewonnen werden und „natürliche“ Rohstoffe ersetzen.

Unterm Strich sollen jedenfalls die Emissionen und der Ressourcenverbrauch weiter gesenkt werden. Im Kompetenzzentrum K1-MET werden in vier Forschungsareas mit einer Mischung aus Grundlagenforschung, Computermodellierung, Laborexperimenten und anwendungsnahen Tests in der Pilotanlage und direkt am Prozess Ergebnisse erzielt, die schlussendlich industriell umgesetzt werden. So ist der K1-MET Partner voestalpine mit einem CO2-Wert unter 1.475 kg pro Tonne Roheisen heute schon die internationale Benchmark für ressourcenschonende und nachhaltige Roheisen- und Stahlproduktion.

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL