MARKETING & MEDIA
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Markus Zimmer GF BuzzValue

Redaktion 06.08.2020

#StopHateForProfit: BuzzValue zieht Social Media-Bilanz

Die Social Media-Bilanz vom Juli zeigt, mit fast 80% weniger User-Interaktionen trifft der Anzeigenboykott die teilnehmenden Unternehmen und Marken hinsichtlich Werbewirkung hart.

WIEN. Unter dem Hashtag #StopHateForProfit haben sich weltweit Unternehmen gegen Hass und Rassismus im Social Web ausgesprochen. Die Social Media-Marktforscher von BuzzValue haben die Facebook-Performance teilnehmender Unternehmen im Juli genau analysiert und ziehen Bilanz.

1.000 Unternehmen vs. Facebook
Ausgehend von den USA hat der Facebook-Werbeboykott auch schnell in Europa Fuß gefasst. Unter den mehr als 1.000 Teilnehmern finden sich sowohl namhafte internationale Marken wie Disney, Coca-Cola und PlayStation, als auch Unternehmen und Marken aus Österreich wieder. Gemeinsam wollen sie Facebook dazu auffordern die Konsequenzen für rassistische und hasserfüllte Inhalte auf der Plattform zu schärfen. Dafür stellen die Unternehmen im Monat Juli jegliche Werbeausgaben ein. „Werbung und Werbeanzeigen sind die Haupteinnahmequelle für den Facebook-Konzern. Besonders das Ausbleiben von Top-Werbetreibenden wie Disney, Coca-Cola & Co verzeichnet hier ein deutliches Minus. Allerdings hat der Werbestopp auch große Auswirkungen auf die Werbewirkung und Interaktion der teilnehmenden Marken“, weiß Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue.

Knapp 80% weniger Interaktion
In einer aktuellen Analyse haben die Social Media-Marktforscher von BuzzValue die Social Media-Performance von 50 teilnehmenden Unternehmen aus den USA, Deutschland und Österreich im Monat Juli genauer unter die Lupe genommen. Dabei wird der Einfluss der Facebook-Ads deutlich. „Wie zu erwarten, zeigt unsere Analyse, dass ohne aktive Werbung auf Facebook de facto gar nichts mehr geht“, erläutert Zimmer. Dies spiegelt sich vor allem in der Interaktion wider. Hier wurde im Juli im Vergleich zum Durchschnitt aus den vorhergehenden zwölf Monaten ein Minus von insgesamt 77,3% nachgewiesen. Nur vereinzelt können Unternehmen wie Henkel oder Ford diesen Trend durch eine erhöhte Postingfrequenz und populäre Inhalte entgegenwirken. „Andere internationale Marken wie adidas, Levi’s oder VW, aber auch der österreichische Getränkehersteller Almdudler, haben ihre Aktivitäten sogar vollständig eingestellt“, ergänzt Zimmer.

Langfristige Einbußen fraglich
Trotz der hohen Werbesummen die Facebook im Juli entgangen sind sowie den kritischen Aufforderungen namhafter Millionenkonzerne, stellt sich die Frage, ob für die Social Media-Plattform auch langfristige Folgen durch die #StopHateForProfit-Bewegung zu erwarten sind. So haben bereits zahlreiche Unternehmen angekündigt den Anzeigenboykott gegen Facebook wieder zu beenden. „Wir gehen davon aus, dass viele Marken bereits wieder im August aktiv Werbebudget auf Facebook & Co aufwenden werden. So zeigt die #StopHateForProfit-Bewegung aus unserer Sicht zwar hinsichtlich der Reputation von Facebook deutlich Wirkung, ob langfristig bedrohliche Einbußen – speziell auch in Form von fallenden Aktienkursen – zu erwarten sind, ist aber fraglich“, ist der Social Media-Experte ob der langfristigen Wirkung skeptisch. (red)

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