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Abgase einfach aus der Luft filtern © panthermedia.net/kaprikM

Eine neue Anlage soll schon bald schädliche Stickoxide aus der Prager Luft filtern.

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Eine neue Anlage soll schon bald schädliche Stickoxide aus der Prager Luft filtern.

Jürgen Zacharias 22.10.2021

Abgase einfach aus der Luft filtern

Autohersteller testet Clean Air-Technologie der Krajete GmbH in der Prager Innenstadt – über 95 Prozent Reduktion von schädlichen Stickoxiden möglich.

PRAG. Eine von der Krajete GmbH entwickelte Anlage zur Säuberung von Umgebungsluft wird jetzt in der Prager Innenstadt in Betrieb gehen. Der wartungsfreie Filter soll den Gehalt an schädlichen Stickoxiden (NOx) um mehr als 95% reduzieren und so einen Teil zur permanenten Luftreinigung beitragen. Errichtet wird die Anlage im Auftrag eines nicht genannten Autoherstellers, der sich auch für das Potenzial der Technologie interessiert, um NOx in den Abgasen von Verbrennungsmotoren zu reduzieren.

Kernstück der Anlage ist ein natürlich vorkommendes Mineral aus der Stoffklasse der Aluminiumsilikate, das unter bestimmten Voraussetzungen NOx binden und somit aus der Luft entfernen kann. In den Jahren 2019 / 2020 lief die Anlage bereits in der deutschen Großstadt Heilbronn. Hier erzielte sie nicht nur gute Ergebnisse bei der NOx-Reduktion, sondern bewies auch quasi ununterbrochene Betriebsbereitschaft. In eineinhalb Jahren war nur eine kurze Abschaltung von wenigen Stunden für Wartungszwecke notwendig. „Jetzt stellen wir diese Anlage in einem kompakten Container mitten in das touristische Herz Prags – dorthin, wo die NOx-Belastung den größten wirtschaftlichen Impact für die Stadt hat“, erläutert Alexander Krajete, CEO der Krajete GmbH. „Eine genügend groß dimensionierte Anlage kann die Luftsituation in Ballungsräume deutlich verbessern.“ Tatsächlich hat die Stadt Prag auch deshalb ein großes Augenmerk auf das Projekt und erhält umfangreichen Echtzeit-Zugang zu den Daten der laufenden Anlage.

Initiiert wird die Installation von einem großen europäischen Autohersteller. Dieser hat Interesse, das NOx-Problem direkt bei der Wurzel – dem Auspuff – zu packen. Dazu Alexander Krajete: „Hier zeigt sich ein ganz großer Vorteil unserer Technologie – sie funktioniert mit den hohen NOx-Werten der direkten Motoremissionen genauso gut wie mit den bereits verdünnten Werten in der allgemeinen Umgebungsluft.“

Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass die Adsorberkartusche vollständig wiederverwertbar ist. Dazu Krajete: „Nach Entfernung des gebundenen NOx – beispielsweise für die Düngemittelproduktion – ist der Adsorber wieder voll einsatzfähig. Kein Sondermüll fällt an.“ Letzteres ist ein ganz entscheidendes Argument für den Einsatz im großen Maßstab. Diesen plante auch ein weiterer Autohersteller, der bei der Krajete GmbH bereits eine Anlage in 15-facher Dimension bestellte.

Befeuert vom Interesse von Autoherstellern und öffentlichen Gebietskörperschaften, entwickelt das Unternehmen die Adsorptionsmöglichkeiten der Filterkartusche weiter.
So zeigen erste Versuche, dass durch Ergänzung der Aluminiumsilikat-Minerale mit weiteren Adsorbermaterialien auch andere umweltschädliche Gase aus der Luft entfernt werden können. (jz)

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